Rezension

Klaxons

Love Frequency


Highlights: -
Genre: 80s-Pop // Indie
Sounds Like: Mando Diao // Friendly Fires // Duran Duran

VÖ: 13.06.2014

Was will man von einem Album erwarten, auf dessen Cover eine stilisierte Ecstasy-Pille prangt? „Love Frequency“ heißt das neue Album der Klaxons und scheinbar setzt die Band Drogenkonsum voraus, um dieses Album hören zu können. Recht haben sie, denn man muss ganz schön durch sein, um Songs wie „Out Of The Dark“ zu ertragen, einen käsigen 80er-Midtempo-Verschnitt. Denn dem allgemeinen Trend folgend stellen die Klaxons die Gitarren beiseite und setzen auf Bands wie Mando Diao, MGMT oder Friendly Fires noch einen drauf, was Adaption längst vergessenen 80er-Jahre-Synthiepops angeht.

Dazu packt die Band einen sehr anstrengenden hellen Kopfstimmengesang, der bislang zum Sound der Band passte, nun aber selbst gute Instrumentals wie „Show Me A Miracle“ zunichte macht. Oder man bedient sich gleich bei Kasabian („Children Of The Sun“). Der Sound ist kalt, künstlich, plastisch im Labor zusammen gestellt, von daher passt das Bild, welches die Band auf das Cover gedruckt hat. „Love Frequency“ ist ein lauwarmer Aufguss früherer Bands wie Duran Duran oder Künstler wie George Michael – diese hatten zwar ihre Zeit, sie ist aber eigentlich vorbei. Warum exakt diese Sounds jetzt vielfach (siehe auch Mando Diao und Co.) eins zu eins, samt Outfits, nachgestellt werden müssen, bleibt nach wie vor das große Rätsel der aktuellen Musikkultur. Bands, die einst so etwas wie Innovation ausstrahlten, sind nun billige Kopisten geworden.

Die Klaxons, so scheint es, sind selbst auf diesem Zug nur die Trittbrettfahrer, denn „Love Frequency“ fehlt es selbst an elementaren Grundlagen, und sei es die Fähigkeit, radiokompatible Hits zu schreiben.

Klaus Porst

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