Rezension

Kakkmaddafakka

Six Months Is A Long Time


Highlights: Young // Saviour // No Song
Genre: Indie-Pop
Sounds Like: Vampire Weekend // Friska Viljor // Ra Ra Riot

VÖ: 28.06.2013

„I've been away for six months / Six months is a long time“.

Schon Ende 2012 hatten die fünf Norweger von Kakkmaddafakka so viele Songs geschrieben, dass sie bereit für ein neues Studioalbum waren. Die Vorstellung, das neue Album würde innerhalb einer Woche fix und fertig sein, stellte sich allerdings als falsch heraus und stimmte auch nicht mit Erlend Øyes – Whitest-Boy-Alive-Stimme und erneut Produzent der Band – Plänen, das Potenzial der Band tiefergehend auszuschöpfen, überein und so dauerten Aufnahmen und Produktion des Albums sechs ganze Monate.

„Six Months Is A Long Time“ heißt nach diesem Schaffensprozess also das gute Stück und beginnt ganz nach alter Kakkmaddafakka-Manier mit dem mehr als nur tanzbaren Stück „Young“, das den Titel des Albums direkt in seinen Lyrics aufnimmt. Mit dem zweiten Track „Someone New“ schließt sich ein weiteres Lied an, das, trotz herzzerbrechender Lyrics, gute Laune und High-Life ausstrahlt: „You got someone new / I'm just a jealous motherfucker alone / You got someone new / It makes me sad, but you deserve it.“ Die Kakkmaddafakkas wissen, negative Nachrichten in positiven Rhythmen zu verpacken; „Forever Alone“ beweist das erneut. Doch auch ruhige Akustiktöne kommen nicht zu kurz: Mit „Saviour“ findet sich eine Ballade aus weichem, mehrstimmigem Gesang und leichten Gitarrenklängen auf dem Album, wie Øye sie auch mit den Kings Of Convenience hätte veröffentlichen können. Zu „No Song“, erste Singleauskopplung des Albums, kommt dann der Drang zum Tanzbeinschwingen wieder zurück. Hier ist Kakkmaddafakka ein Ohrwurm gelungen – und ein guter noch dazu.

Dass es sich bei den fünf Jungs um eine nahezu unschlagbare Liveband handelt, ist in Indie-Pop-Kreisen wohl bekannt. Bei jeder Show wird so ausgelassen getanzt und gefeiert, dass die Shirts der Hitze weichen müssen, sei es auch nur das von Frontman Axel Vindenes. Mit „Six Months Is A Long Time“ beweist die Band, dass einem durchaus auch zu Hause zu heiß werden kann, sobald man sich den Rhythmen der Platte hingibt.

Den Ausklang findet das Album mit drei eher ruhigen, aber beschwingten Songs. Das Outro von „All About You“, dem letzten und mit etwas mehr als fünf Minuten längsten Titel der Platte, ist ein derartiger Ego-Pusher, dass man direkt das Bedürfnis hat, das Album wieder von vorne zu hören, einfach um sich gut zu fühlen. „It's all about living your life / It's all about love / It's all about loving you / It's not about money / It's all about confidence.“ Für so schöne Zeilen wartet man dann gerne sechs Monate länger auf ein großartiges Album, auch, wenn sechs Monate eine wirklich lange Zeit sind.

Doreen Stoecke

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Video zu "No Song"
Video zu "Someone New"

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