Rezension

Jeff Tweedy

Together At Last


Highlights: Via Chicago // Laminated Cat // Ashes Of American Flags // Sky Blue Sky
Genre: Songwriter // Folk
Sounds Like: Wilco // Loose Fur // Bob Dylan // Neil Young

VÖ: 23.06.2017

Ein Album, zu dem es eigentlich nur einen Satz zu schreiben gäbe und dann ist alles klar: Jeff Tweedy veröffentlicht ein Akustik-Album mit ausgewählten Wilco-Klassikern. Wer Wilco mag, wird das hier lieben, wer nicht, dem ist es egal. Ziemlich klar die Sache eigentlich. Nichts auf der Tracklist ist unbekannt, nun gut, vielleicht "Laminated Cat" von seinem anderen Projekt Loose Fur. "Wofür dieses Album?", mag die Frage sein. Ein einfacher Konzertmitschnitt hätte doch gereicht. In der Tat würde das aufs selbe herauskommen, doch genau das ist gleichzeitig auch die Stärke des Albums.

"Together At Last" offenbart Jeff Tweedy bei voller Schönheit, entfaltet seine Songs in voller Intimität und zeigt, welch guter Songwriter er ist. Und wie gut die Songs oft auch ohne den Überbau der gemeinhin als Dad-Rock bezeichenbaren – und immer noch großartigen – Band Wilco auskommen. Das funktioniert besonders gut mit dem Opener "Via Chicago", mit "Ashes Of American Flags" oder "Sky Blue Sky". Weniger gut funktioniert es etwa bei "Always In Love", hier sind Produktion und Bandsound wichtig. Machen wir uns nichts vor – unbedingt nötig wäre dieses Album nicht. Es ist eine schöne Ergänzung für den Back-Katalog von Wilco-Fans. Zumindest dafür hat es einen ziemlich schönen Wert.

Schön ist daher, dass das hier nur der Anfang einer Serie sein soll. Der Loft, das hauseigene Studio der Band in Chicago, ist mittlerweile stark ausgebaut und etabliert und so können solche Dinge dort autark spontan entstehen. Eine Band schafft sich ihren eigenen Kosmos und gibt denen, die daran teilhaben wollen, Einblicke und neue Werke. So bleibt eine Band und ihr Dunstkreis auch über neue Album-Veröffentlichungen hinaus nach über 20 Jahren noch spannend.

Daniel Waldhuber

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