Rezension
J. Tillman
Year In The Kingdom
Highlights: Crosswinds // Earthly Bodies // Though I Have Wronged You // There Is No Good In Me
Genre: Singer-Songwriter // Folk
Sounds Like: Damien Jurado // Mark Kozelek // Nick Drake
VÖ: 11.09.2009
Nicht einmal ein Jahr ist es her, seit Josh Tillman mit “Vacilando Territory Blues” eindrucksvoll seine Songwriter-Qualitäten untermauerte. Dass der Fleet-Foxes-Drummer nicht nur zu den produktivsten, sondern auch zu den besten Songwritern seiner Generation gehört, stellt Tillman mit seinem sechsten Werk „Year In The Kingdom“ unter Beweis. Obwohl es nach dem abwechslungsreichen Vorgänger vielleicht weniger mutig erscheinen mag, handelt es sich um sein schlüssigstes Album.
Statt weiter mit seiner Band zu experimentieren und sich dem Blues-Rock zu nähern, sind die auf „Year In The Kingdom“ zu hörenden Songs wieder schlichter gehalten. Tillman besinnt sich auf seine Stärken und perfektioniert den reduzierten Sound, für den er bekannt ist. Das bedeutet nicht, dass er sich in seinen Ausdrucksmöglichkeiten nun wieder allein auf die Gitarre beschränkt. Auch auf „Year In The Kingdom“ sind Banjo, Hackbrett, Klavier, Orgel und Streicher zu hören, nur setzt sie Tillman hier sehr viel geschickter ein, und zeigt ein ausgezeichnetes Gespür dafür, die Songs so zu gestalten, dass sie stets zu fesseln wissen.
Sei es die hypnotisierende Hackbrett-Melodie in „Crosswinds“, das jubilierende Klavier im Refrain von „Earthly Bodies“ oder Tillmans karges Banjospiel in „Age Of Men“ – „Year In The Kingdom“ zeigt sich facettenreich, ohne dabei den großen Zusammenhang zu verlieren. Alle Songs auf diesem Album strahlen etwas Endgültiges aus. Sie drehen sich um den Tod, Fehler aus der Vergangenheit und mystische Zukunftsvisionen. „Though I Have Wronged You“ ist einer dieser Songs, in denen Josh Tillmans Selbstzweifel in schwermütigem Chorgesang besonders stark zum Ausdruck kommen, und „There Is No Good In Me“ scheut keine Dissonanzen, um eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen und sich schließlich in einem vielschichtigen crescendo zu entladen.
Dennoch bleibt „Year In The Kingdom“ stets erhaben und versinkt nicht in der Schwere seiner Themen. Tillman kennt seine Stärken und weiß genau, wie weit er gehen kann – und dieses Selbstbewusstsein ist auf diesem Album in jedem Moment spürbar. Wie konsequent er hier seine Ideen umsetzt, ist wirklich bemerkenswert, und macht auf den Nachfolger neugierig. Wenn Josh Tillman sein momentanes Arbeitstempo beibehält, wird das auch gar nicht mehr so lange dauern.
Finden
Bye-Bye
Am 5. Januar 2021 haben wir éclat eingestellt. Mehr Infos hierzu gibt es auf unserer Startseite!





