Rezension

Ivan Ave

Helping Hands


Highlights: Moves // The Circle // Obedience
Genre: Hip-Hop
Sounds Like: The Streets // MNDSGN // Thundercat

VÖ: 12.02.2016

Klar, 2016 war reich an dick produzierten und durch-und-durch-kollaborierten Hip-Hop-Platten. Doch vermeintlich „simple“ Produktionen wie diese von Rapper Ivan Ave und Beattüftler MNDSGN sind rar. Denn für ein gutes Rap-Album braucht es gar nicht mehr als zwei versierte Geister (die sich hin und wieder sogar in einer einzigen Person vereinen können): einen mit dem Riecher für den richtigen Beat und einen mit taktvollem Gefühl für Sprache.

In dem Norweger Ivan Ave, derzeit zu einem der bekanntesten skandinavischen Vertreter des Genres aufgestiegen, und Produzent MNDSGN, bei dem es sich um den Amerikaner Ringgo Ancheta handelt, einer Größe auf dem Gebiet soulig angehauchter, warmer Hip-Hop-Beats, finden sich zwei solche Künstler zusammen. „Helping Hands“ ist das Produkt ihrer Zusammenarbeit, mit dem das Paar aus Oslo und L.A. in der Folge Europa unsicher machte.

„Helping Hands“ ist zeitloser Hip-Hop und in seiner Unaufdringlichkeit einfach zugänglich. Schnell in Dauerschleife gehört, war es eines dieser Alben, die im Verlauf eines Jahres in regelmäßigen Abständen beiseite gelegt und wieder ausgekramt wurden. Seine Songs folgen straighten Entwicklungen ohne viel Firlefanz, erzwungene Refrains oder Gastauftritte.

In „Find Me, Pt.2“ geht es um die Verbundenheit der Dinge – nachdem Ave Jazz-Gitarrist Earl Klugh referenziert, bricht Ancheta mit seinem Beat und bringt ein Sample des Gitarristen. Ave und Ancheta harmonieren so auf „Helping Hands“ in ihrer Art zu musizieren und sind damit selber ein Beispiel guter connectedness, wie Ivan Ave sagen würde.

Jonatan Biskamp

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Video zu "The Circle"
Video zu "Forks"

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