Rezension
Howling Bells
Heartstrings
Highlights: Paris // Slowburn // Tornado
Genre: Folk-Rock // Indie-Rock
Sounds Like: The Cardigans // Garbage // Hole
VÖ: 30.05.2014
Das mittlerweile vierte Album der Howling Bells ist “Heartstring” jetzt schon. In Deutschland genießen sie, und das ist eine euphemistische Umschreibung, eher so den Underdog-Status. Dabei ist ihr Folk-Rock mit Country-Elementen eine sehr schöne Sache, wenn man genügend Zeit mitbringt, und Sängerin und neuerdings Mutter Juanita Stein ist noch so eine richtig coole Socke.
Elegant und trotzdem rau rockt sie sich schon durch das Video zu „Slowburn“. Überhaupt ist es vor allem Steins Stimme, die der Platte ihre Attitüde verleiht. So klingt die „Paris“-Hymne am Anfang des Albums fast zynisch, wenn sie singt: „Paris, every song's about you […] everybody knows you“. Die Grenze zwischen Huldigung und Parodie ist immer dann besonders dünn, wenn die Howling Bells zu cool für den Inhalt klingen. Auf dem titelgebenden Song beispielsweise heißt es: „Love doesn’t destroy, it creates“. Das klingt dabei aber keineswegs euphorisch, sondern hat einen bittersüßen Beigeschmack. Sogar ein reines Pianostück findet sich in Form von „Paper Heart“ auf der Platte und fügt sich atmosphärisch düster ein.
Irgendwie haftet der Staub an der knapp halbstündigen Platte. Nicht weil niemand diese Platte aus dem Regal nehmen wird, ganz im Gegenteil: „Heartstrings“ scheint aus der Zeit gefallen und fühlt sich mehr nach langen Fahrten im australischen Outback an als nach europäischen Großstädten. Wenn die E-Gitarren dann langsam aushallen und Juanita Steins Stimme langsam leiser wird, verschwindet das einzige Auto auf der langen Landstraße hinter dem Horizont. Die Howling Bells werden in Deutschland wohl auch nach diesem Album Outback-Underdog bleiben. Nur warum bleibt irgendwie ein Rätsel.
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