Rezension

Hilang Child

Years


Highlights: I Wrote A Letter Home // Rot // Crow
Genre: Dream-Pop // Singer-Songwriter // Indie
Sounds Like: Novo Amor // Hayden Calnin // Justin Tebbutt

VÖ: 17.08.2018

Groß waren sie, die Erwartungen an das langersehnte Debütalbum von Hilang Child, dem Projekt des jungen walisisch-indonesischen Musikers Ed Riman, von dem schon vor Jahren vereinzelt Songs im Netz herumschwirrten. Nun erschien es also bei Bella Union, ein ambitioniertes Werk nach jahrelanger Tüftelei, doch irgendwie will sich nicht das erhoffte Gefühl einstellen.

So detailreich Riman auch seine Songs aufbaut und gestaltet, bewegt sich alles immer in einem sicheren wohligen Bereich warmer Klänge und geschützt durch jede Menge Hall. So interessant auch Songs wie zum Beispiel „Starlight, Tender Blue“ mit seinem wuchtigen Synthie-Bass einsteigen, so schnell verliert man wieder das Interesse, weil alles schön klingt, aber das Ohr selten gereizt wird durch etwas, das hängen bleibt und etwas in einem auslöst.

Dabei ist es nicht so, dass sich nicht auch schöne Melodien auf „Years“ befinden. „Rot“ zum Beispiel ist trotz seines Hangs zum Kitsch mit seinen Spieluhrklängen irgendwie ganz schön. Manchmal fragt man sich, wie all das klingen würde, wenn es reduzierter wäre, wenn einfach nur Stimme und Klavier eine Chance hätten, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und nicht überfrachtet würden von Effekten und Klangschichten. Die Möglichkeiten, die sich für einen Musiker durch deren Einsatz ermöglichen, werden für Ed Riman letztlich leider eher zum Hindernis, da sie zu häufig den Eindruck erwecken relativ beliebig eingesetzt worden zu sein. Schade, da wäre auf jeden Fall mehr möglich gewesen.

Kilian Braungart

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