Rezension

Here We Go Magic

A Different Ship


Highlights: Make Up Your Mind // How Do I Know // Miracle Of Mary
Genre: Indie // Pop // Ambient
Sounds Like: The Shins // Grizzly Bear // Broken Social Scene

VÖ: 18.05.2012

Wenn du als Musiker auf einer Festivalbühne stehst, verkatert und der Mittagssonne ausgesetzt, die Menschen vor der Bühne noch im Halbschlaf, dann sind das nicht unbedingt die Gründe, die dafür sprechen, dass du den Zenit deines Schaffens erreicht hast. Wenn du aber merkst, dass zwei Typen dich aus der ersten Reihe abfeiern und auch noch feststellst, dass dies Thom Yorke und Radiohead-Produzent Nigel Godrich sind, dann sehen die Dinge schon anders aus. Ein schönes Mucker-Märchen, das Here We Go Magic 2010 da vom Glastonbury-Festival mitgebracht haben. Für die Band aus New York jedoch nicht nur als Anekdote lohnend, schließlich empfahl Godrich sich nach besagtem Auftritt selbst, die Musiker bei ihren kommenden Aufnahmen zu produzieren. Gute Vorzeichen also für „A Different Ship“, das dritte Album von Here We Go Magic.

Die Band um Songwriter und Sänger Luke Temple pendelt auf diesem gekonnt zwischen Leichtigkeit und Schwermut. Godrich ist es dabei zu verdanken, dass die Band ihre hypnotische Live-Präsenz endlich auch auf Platte bannen konnte. „Make Up Your Mind“ und „I Belive In Action“ zeigen, wie viel Groove in Here We Go Magic steckt. Mit Ausnahme des Ohrwurms „How Do I Know“ dominiert mehrheitlich Pop mit Ambient-Färbung „A Differnet Ship“ und wer will, kann bei den perlenden Gitarrenläufen in „Hard To Be Close“ auch laut „Radiohead“ rufen. In „Miracle Of Mary“ wiederum gibt Luke Temple den Tom Petty zum tiefenentspannten Sound seiner Mitmusiker.

„A Different Ship“ zeigt, dass der richtige Produzent, in diesem Fall eben Nigel Godrich, die Qualitäten einer Band in die richtigen Bahnen lenken kann. Für Here We Go Magic bedeutet das vielleicht auch, von nun an nicht mehr in der Mittagshitze vor einer verpennten Menge auftreten zu müssen. Dieser Gruppe gebührt von nun an deutlich mehr Aufmerksamkeit.

Florian Tomaszewski

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