Rezension

Hadouken!

For The Masses


Highlights: Rebirth // Ugly // Bombshock
Genre: Bigbeat // Breakbeat // Industrial
Sounds Like: The Prodigy // Pendulum // Enter Shikari // Flesh Field // Sulpher

VÖ: 26.02.2010

„Hat der alte Hexenmeister
Sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
Auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort und Werke
Merkt ich und den Brauch,
Und mit Geistesstärke
Tu ich Wunder auch.“

So weit, so Goethe. Überträgt man dies nun auf „For The Masses“, das Zweitwerk Hadouken!s, fragt man sich, wann The Prodigy nach Hause kommen, um den Spuk zu beenden. Denn wie wir alle aus zig Deutschstunden zu Herrn J-W von G. wissen, endet der Versuch, des Meisters Taten zu vollbringen, geradewegs im Chaos.

Wobei man schon einschränken muss: Ganz so übel ist „For The Masses“ nicht. Klammert man mal den offensichtlichen Klau einiger der bekanntesten Riffs und Beats (Man vergleiche nur einmal „Out Of Space“ mit dem Anfang von „Bombshock“) der Bezugsgröße Prodigy aus, kann das Album an vielen Stellen durchaus überzeugen. Der Opener „Rebirth“ etwa drückt geradewegs in Richtung Dancefloorbrecher. Die genretypische Songstruktur – einfach gestrickte Melodien, schnelle Beats, viel Bass, kurze Pausen vor dem nächsten Abgehen und ein einheizender Gesang – lässt sich in nahezu jedem der zehn Songs wiederfinden.

Damit wäre eigentlich auch alles gesagt, was man zu der Musik wissen muss. Höchstens noch, dass der „Gesang“ – einheizender Rap, ab und an melodische Passagen – ziemlich gewöhnungsbedürftig ist, was allerdings auch ziemlich genretypisch ist. Immerhin kann man Hadouken! dabei zugute halten, nicht den Peinlichkeitsfaktor Enter Shikaris, was Vermischung aus Emoanleihen und Nintendocore angeht, zu erreichen. Statt dessen wildert man auch schon mal bei Rammstein („Play The Night“ vs. „Du hast“). Plagiatsdiskussion hin oder her: „For The Masses“ rockt ganz gut, hat kaum Durchhänger und kann gut als Party-Abgeh-Platte herhalten. Nicht mehr, nicht weniger. Und zum Abschluss:

„Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister,
Werd ich nun nicht los.
In die Ecke,
Besen! Besen!
Seids gewesen!
Denn als Geister
Ruft euch nur, zu seinem Zwecke,
Erst hervor der alte Meister."“

Klaus Porst

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