Rezension

Fortuna Ehrenfeld

Heim Ab Zum Gebet


Highlights: Die Umarmung Der Magneten // Heiliges Fernweh // Tequila
Genre: Indie // Singer/Songwriter // Pop
Sounds Like: ClickCklickDecker // Nils Koppruch // Niels Frevert

VÖ: 10.05.2019

Fortuna Ehrenfeld haben die Bühne nur kurz gegen das Studio getauscht, um nun mit ihrer neuen Veröffentlichung „Helm Ab Zum Gebet“ direkt wieder die Republik zu betouren. Mit dem Vorgänger „Hey Sexy“ hat sich das Trio in kürzester Zeit mit ihrer unangepassten Interpretation von Popmusik vom Geheimtipp zur Lieblingsband nicht weniger Musikanhänger gemausert und wird diese Schar mit „Helm Ab Zum Gebet“ wohl nochmal ordentlich vergrößern.

Der Opener „Heiliges Fernweh“ schlägt zu Beginn noch in die Kerbe der Vorgänger. Ein durchgehender Beat trägt die Piano-Melodie und einige Gitarrentöne drängen sich schüchtern in den Song. Der Folgesong „Hör Endlich Auf Zu Jammern“ ist dann ein übersteuertes Instrumental, welches nur zweimal von Bechler mit der namensgebenden Zeile unterbrochen wird. Die Band nimmt sich in „Das Ist Punk, Das Raffst Du Nie“ die musikalische Anarchie sehr zu Herzen und ballert eine Mischung aus Punk, Reggae und Elektro durch die Boxen, bis Bechler im nächsten Moment mit „Guten Morgen, Ehrenfeld!“ der Homebase des Trios eine Hommage auf dem Klavier spendiert.

Fortuna Ehrenfeld fordern mit „Helm Ab Zum Gebet“ und dem Ritt durch die verschiedenen Genres ihre Hörerschaft mehr heraus als auf den Vorgängern, dafür bekommt der geneigte Hörer allerdings ein sehr kurzweiliges und inspiriertes Album auf die Ohren. Martin Bechler, Jenny Thiele und Paul Weißert schaffen es gerade wie keine zweite Band, musikalische Raffinesse in sehr hörenswerte Songs zu gießen und diese dann noch mit Texten zu versehen, die nur so vor Wahnsinn, Poesie und Romantik strotzen, aber niemals die Grenze zum belanglosen Kitsch überqueren. Darin liegt die große Qualität dieser Band – Und jetzt tanz, du Sau!

Sönke Holsten

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