Rezension

Egopusher

Egopusher


Highlights: Dirt // Purple Air // Napalm Beach
Genre: Postrock
Sounds Like: Nils Frahm // Hauschka // Mogwai // A Silver Mt. Zion

VÖ: 08.01.2016

Für eine gute Reichweite, respektive Verbreitung via Weitersagen, ist ein guter Bandname sicherlich von Vorteil. Oft finden sich Genrestandards, manchmal sagt die Bezeichnung etwas über den Stil aus. „Egopusher“ nennt sich ein Duo, deren erstes Minialbum gerade erscheint. Bei allen Zuordnungen, die irgendwie in Zusammenhang mit diesem Namen stehen könnten – der Stil, den die beiden Musiker schlussendlich verfolgen, könnte namensferner nicht sein.

Egopusher machen im weitesten Sinne instrumentalen Postrock. Dabei setzen sie auf zwei Instrumente: Violine und Schlagzeug – verstärkt durch Synthesizer. Diese Kombination ist einigermaßen ungewöhnlich und Tobias Preisig und Alessandro Giannelli verstehen es, daraus so einiges zu machen. Sechs Stücke finden sich auf dem Debüt. Der kurze Opener „Purple Air“ beginnt mit gezupften, hohen Tönen Preisigs, ehe ein Synthiebass und dumpfes Schlagzeug langsam dazu einsetzen. „Purple Air“ erinnert – wie alles andere auch – an Hauschka und Nils Frahm: dunkler, atmophärisch schwerer Sound, eingebettet in ein elektronisches Gewand.

„Dirt“ ist ein Highlight der kurzen Platte, hier geht das Duo eine treibende Symbiose ein, welche den Song wirklich nach vorn „pusht“ – einen kurzen Augenblick lang ist sie also da, die Verbindung zum Namen. „Ego Eins“ aber, oder „Sunbeam Scream“ sind gute Unterhaltung, Fahrt nehmen sie aber nicht groß auf. Vielmehr erlebt man Preisig und Gianelli dabei, verschiedene Variationen ihres Spiels auszuprobieren. Dabei gelingt durchweg Gutes, lediglich dem Schlusslicht „William“ mangelt es daran, den in knapp sechs Minuten aufgebauten Spannungsbogen nicht zum Abschluss zu bringen. Note für Note spielen sie sich bis zu dem Punkt vor, wo andere Bands ihre Ausbrüche setzen, um dann genau nichts zu tun. Trotz dieses kleinen Mankos versammeln Egopusher auf ihrem Debüt einige gute Ideen und zeigen, dass sie durchaus Potential für mehr als nur sechs Songs haben.

Klaus Porst

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"Ego Eins" Live

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