Rezension

DZ Deathrays

Positive Rising: Part 1


Highlights: IN-TO-IT // Hypercolor
Genre: Alternative Rock
Sounds Like: Death From Above

VÖ: 30.08.2019

"Die Komfortzone verlassen" hieß das Gebot der Stunde für das aus Brisbane, Australien, stammende Duo Shane Parsons und Simon Ridley. Dazu gehörte neben der Studio-Reise ins ferne L.A. auch, das Duo-Konzept aus Schlagzeug und Gitarre aufzubrechen und Lachlan Ewbank als festes, drittes Mitglied zu integrieren. Dass der Schritt vom Duo zum Trio jedoch nicht immer von Erfolg gekrönt ist, haben bereits Johnossi erfahren müssen. Ein Ohrenpaar hört natürlich mehr, zu viele Köche verderben jedoch nach wie vor den Brei. Die plötzlich zur Verfügung stehenden musikalischen Mittel kann den einst aus Mangel an Möglichkeit minimalistisch gehaltenen Sound ungesund aufblasen und den Reiz des Rohen, Unfertigen nehmen. So leider oft auch auf “Positive Rising: Part 1”, das den ersten Teil eines Doppelalbums darstellt, dessen Fortsetzung Ende des Jahres folgen soll.

Der stürmische Noise-Punk des Debütalbums ist einem recht austauschbaren Alternative-Sound gewichen. Im Kern merkt man den Songs immer noch ihren wilden, unbändigen Charakter an. Dieser wird jedoch überlagert von Gitarrenwänden, atmosphärischen Synthesizern und verhallten Vocals und verliert sich dadurch irgendwo zwischen belanglosem Alternative und Punk-Rock mit Noise-Anleihen. Songs wie “IN-TO-IT" oder “Hypercolor” stechen noch durch einen recht angenehmen Pop-Appeal hervor, bei “A Lot Of Lose” schlägt das Pendel stark Richtung Skate-Punk à la Sum 41 aus. Leider fehlt die letzte Konsequenz, mit der die vielen ordentlichen Ansätze verfolgt werden, sodass sich “Positive Rising: Part 1” im Dickicht der Möglichkeiten verfährt und in der Mittelmäßigkeit stecken bleibt.

Abhilash Arackal

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DZ Deathrays - Still No Change

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DZ Deathrays - IN-TO-IT

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