Rezension

Dirty Projectors

Lamp Lit Prose


Highlights: Right Now // Break-Thru // You're The One
Genre: Avant-Indie-Folk
Sounds Like: Animal Collective // Tune-Yards // Grizzly Bear

VÖ: 13.07.2018

Die Dirty Projectors sind zurück. Ein Jahr nach dem verstörend-düsteren “Dirty Projectors”, in dem David Longstreth die Trennung von Partnerin und Bandmitglied Amber Coffman aufarbeitet, erscheint mit “Lamp Lit Prose” sozusagen das Ying zum düsteren Yang. Und man hört: den Dirty Projectors und speziell David Longstreth geht es wieder gut.

Konkret bedeutet das: die Band hat zurück zu alter Stärke gefunden. Der Anti-Folk, den sie auf “Bitte Orca” perfektioniert haben und den sie gemeinsam mit Bands wie Animal Collective und Vampire Weekend geprägt haben, erhält ein Comeback und klingt dabei erstaunlicherweise so poppig wie nie zuvor. Die Gitarren sind zurück und werden von warmen Gesangsharmonien begleitet, die Songtitel spiegeln den positiven Grundtenor des Albums wider (“Break-Through”, “I Feel Energy”) und Longstreth hat sich eine ganze Garde an Freunden eingeladen, um seine neu gefundene Lebensfreude mit ihm zu feiern, darunter Soulsängerin Syd (“Right Now”) von The Internet, Amber Mark (“I Feel Energy”) und Robin Pecknold von den Fleet Foxes (“You’re The One”).

“Lamp Lit Prose” ist ein absolutes Sommeralbum – erstaunlich, wenn man bedenkt, wie es noch vor einem Jahr um Longstreths Seelenleben bestimmt war. Und die erstaunlichste Leistung liegt wahrscheinlich darin, den weirden, komplexen Art-Folk der ersten Alben zugänglicher zu machen, ohne dabei spürbar an Komplexität zu verlieren. Die Dirty Projectors finden ihr Ying zum Yang und bescheren uns im Vorbeigehen zehn erstklassige Indie-Pop-Songs.

Andreas Peters

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