Rezension

Darkstar

Foam Island


Highlights: Inherent In The Fibre
Genre: Elektro-Pop
Sounds Like: Panda Bear // Animal Collective // Boards Of Canada

VÖ: 02.10.2015

Über den Norden Englands gibt es nicht viel zu sagen – oder eben doch! Dachten sich Darkstar wahrscheinlich, bevor sie an die Aufnahmen zu ihrem dritten Album gegangen sind. Für „Foam Island“ interviewten sie eine Reihe von Mittzwanzigern und deren Statements zur Region waren alles andere als erbaulich. Es ist halt scheiße dort oben. Wirtschaftlich, gesellschaftlich und wettermäßig sowieso. Auch wenn es auf der Platte nur Fragmente dieser Gespräche zu hören gibt, bekommt man fast schon waschechte Depression vor so viel Resignation. Selbst Domian wäre hier wohl machtlos.

Noch viel schlimmer ist allerdings, was Darkstar dem Ganzen musikalisch hinzuzufügen haben. Atmosphärischer Elektro-Pop in Moll, der dermaßen bieder und emotionslos daherkommt wie eine Runde Steuererklärung machen. So gesehen passt diese Untermalung zwar wieder zum Grundthema des Albums, aber irgendwo müsste dennoch ein Funken Spannung vorhanden sein, um das Ganze interessant zu halten. Danach sucht man jedoch vergebens. Dass sich auch noch der zwischenzeitliche Sänger James Buttery nach nur einem gemeinsamen Album wieder aus dem Staub gemacht hat, passt da leider nur allzu gut ins Bild.

So rauschen die zwölf Songs von „Foam Island“ an einem vorbei und mit jeder verstrichenen Minute drängt sich eine Frage immer deutlicher auf: Was genau soll das eigentlich sein? Ist das eine musikalische Dokumentation? Ist das Fahrstuhlmusik? Bei welchen Stücken handelt es sich eigentlich um richtige Songs und was sind nur Interludes? Die Verwirrung ist groß, man weiß einfach nicht, was Darkstar genau mit dem Album aussagen möchten. Für ein politisches Statement ist das nicht handfest genug, für ein musikalisches Ausrufezeichen fehlt ein Punkt und ein Strich. Die spinnen, die Briten.

Benjamin Köhler

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