Rezension

Daniel Rossen

Silent Hour/Golden Mile


Highlights: Return To Form // Saint Nothing
Genre: Indie // Singer/Songwriter
Sounds Like: Grizzly Bear // Department Of Eagles // Deerhunter // Fleet Foxes

VÖ: 16.03.2012

Das Thema Soloprojekt ist nun also endgültig bei Grizzly Bear angekommen. Nachdem Chris Taylor bereits letztes Jahr mit CANT überzeugen konnte, zieht jetzt sein Bandkollege Daniel Rossen nach – wenn auch erstmal auf EP-Länge. Der Hauptsongwriter und Multiinstrumentalist veröffentlicht mit „Silent Hour/Golden Mine“ eine Hand voll Songs, die ursprünglich als Demos für das nächste Grizzly-Bear-Album gedacht waren. Letztendlich werkelte Rossen dann aber doch lieber alleine dran. Hoffen wir mal, dass er damit seiner Hauptband keine Stolpersteine in den Weg gelegt hat.

Denn die haben ja bekanntlich nach ihrem Ausnahmealbum „Veckatimest“ einen nicht unerheblichen Druck, diese Messlatte noch einmal überspringen zu müssen. Zumindest erwartet man dies nun von allen Seiten – da hätte der ein oder andere Beitrag von Rossens Soloausflug sicher geholfen. Stilistisch ohnehin keinen Fuß breit von Grizzly Bear entfernt, sind alle fünf Stücke nämlich alles andere als liegen gebliebene Ausschussware. Vielmehr gibt es genau die aufwändig arrangierten und unnachahmlich zwischen Komplexität und Eingängigkeit pendelnden Songs, die man von einem Mann wie Daniel Rossen erwarten darf und mit denen er seine Ausnahmestellung als Songwriter weiter untermauert.

Die Herren Ed Droste und Chris Bear dürften dann die Nächsten sein. Beinahe eine erschreckende Vorstellung, wenn deren Output dann auch noch ähnlich gut werden sollte. Pinky und der Brain müssten sich eine neue allabendliche Beschäftigung suchen.

Benjamin Köhler

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