Rezension

Clairo

Immunity


Highlights: Alewife // Bags // Softly
Genre: Bedroom Pop
Sounds Like: Girl In Red // Hatchie

VÖ: 02.08.2019

Clairo, eine der wichtigsten Vertreter*Innen des Bedroom Pops und ein gutes Beispiel für einen Act, der ohne große Plattenfirma über Youtube internationale Größe erreichte. Clairo selbst ist bodenständig und gibt als Grund für ihren Erfolg den Youtube-Algorithmus an. Wie es auch immer dazu kam: Die Vorfreude auf “Immunity” war groß. Zurecht.

Das Debütalbum bietet genau, was man erwartet hat: Verträumte Indie-Pop-Musik, mal in der Nähe von Acts wie Soccer Mommy, mal etwas elektronischer angehaucht. Schon die erste Single “Bags” wusste mit Lofi-Indie-Klängen zu überzeugen, wobei die Mitarbeit von Rostam, dem ehemaligen Mitglied von Vampire Weekend, erkennbar ist. Die wirkliche Stärke der Platte liegt jedoch in der Vielseitigkeit. So kommt “Softly” mit seinen Beats weitaus poppiger daher und erinnert an Radiohits der 00er-Jahre. Nicht überraschend, hat Clairo selbst erklärt, dass sie mit dem Song ihr eigenes “‘Unwritten’ Natasha Bedingfield feeling” erreichen wollte. Das hat sie geschafft und damit unterstrichen, dass gut gemachte (Radio-)Popsongs auch im Indie ihren berechtigten Platz haben.

Davon finden sich auf “Immunity” noch weitere, trotzdem sticht besonders die Vielseitigkeit der Platte hervor. Während der Opener “Alewife” sich auf Lofi-Schlagzeug und Piano-Klänge konzentriert, finden sich in “Feel Something” eher R’n’B-Beats. Nach jedem Hördurchgang findet man neue Highlights und entdeckt immer wieder neue Aspekte, wodurch es auch nach mehrmaligem Hören zu keinem Spannungsabfall kommt. Somit untermauert “Immunity” den Internethype Clairo und geht den eingeschlagenen Weg zwischen Lofi-Indie und Pop konsequent weiter.

Lewis Wellbrock

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