Rezension

Black Sabbath

13


Highlights: God is dead? // Loner // Live Forever
Genre: Stoner/Doom
Sounds Like: Ozzy Osbourne // Heaven And Hell // Saint Vitus // Earth

VÖ: 07.06.2013

Was vielen abergläubigen Menschen eine Pechzahl ist, kann Black Sabbath nur als Motto recht sein. „13“ heißt schlicht das neue Album der Band, bei der man bis zur Veröffentlichung nie genau weiß, wer nun dieses Mal beteiligt ist. Doch spätestens, wenn man „13“ in den Händen hält, steht die Sensation fest: Nach 35 Jahren erscheint wirklich noch einmal ein Album in „Originalbesetzung“, lediglich Schlagzeuger Bill Ward wurde durch Brad Wilk (Rage Against The Machine) ersetzt, der allerdings nicht mit auf das Cover darf. Dort sind lediglich die Original Black Sabbath, bestehend aus Ozzy Orbourne, Geezer Butler und Tony Iommy, präsent.

Stilistisch setzen die wiedervereinigten Black Sabbath dort an, wo es mit Ozzy Osbourne 1978 aufhörte, beziehungsweise zehn Jahre zuvor begann. Passend dazu lauten die ersten Zeilen des Albums auch „Is this the end of the beginning or the beginning of the end?”. Dazu serviert die Band den von ihr mitgegründeten Stoner/Doom, der den ersten Alben der Band qualitativ in nichts nachsteht, aber durch die zeitgemäße Produktion von Rick Rubin natürlich noch fetter, tiefer, schwerer klingt.

Was tun, wenn man vor 45 Jahren ein Genre erfand und seit 35 kein neues Album mehr zusammen aufnahm? Black Sabbath machen es einfach und zeigen, dass sie auch nach solchen Zeiträumen noch immer wissen, wo Gitarre und Bass hängen, ohne zum Beispiel wie Deep Purple oder AC/DC zu Rockopas zu verkommen, die mehr oder minder belächelt werden. „13“ ist keine Selbstkopie, die noch einmal die Zahlungsmoral alter Fans testet, sondern – und das wird schon nach Sekunden klar – ein Statement. „God Is Dead?“ oder „Loner“ sind gitarrensoligeschwängerte Bretter und „Zeitgeist“, das das Album in der Mitte für einige Minuten Spacerock unterbricht, der Nachfolger von „Spirit Caravan“. Da ist es auch egal, dass zwischendurch deutlich wird, dass Ozzy zwar eine markante, aber nicht gerade die beste Stimme hat. Gerade durch die dick aufgetragene Produktion fällt auf, wie dünn und monoton sein Gesang manchmal wirkt – was jedoch spätestens beim nächsten mehrminütigen Instrumentalgedonner wieder vergessen ist.

Egal, wie viele Lineupwechsel es im Laufe der Jahrzehnte gab, wie viele Sänger, Schlagzeuger, Bassisten in der Zeit verschlissen wurden – „13“ zeigt, mit welcher Spielfreude einige Schulfreunde Ende der 1960er Jahre erst den Blues entdeckten, um dann zu Schreckgespenstern der Welt zu werden. Nun folgt die legitime Rückkehr, mit einer Wucht, die in diesem Alter nur noch wenige zustande bringen.

Klaus Porst

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God is Dead

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