Rezension

Beastie Boys

To The 5 Boroughs


Highlights: Right Right Now Now // Oh Word
Genre: HipHop
Sounds Like: RunDMC // Public Enemy

VÖ: 14.06.2004

Leute, packt die Baggyhosen wieder aus und zieht eure längsten Shirts an! Ja, es gibt sie noch! Gute Hip- Hop Alben sind zwar gefährlich vom Aussterben bedroht, aber die Beastie Boys gibt es ja glücklicherweise noch. Auf dem neuen Album wird wirklich alles aufgefahren, was Hip- Hop eigentlich immer ausgemacht hat: Intelligente Texte, abwechslungsreiche Beats und Scratching galore. Auch wird völlig auf diese elenden Gastrapperauftritte verzichtet, es ist schließlich die Platte der Beastie Boys und das lassen sich die drei New Yorker natürlich nicht nehmen.

Schwer zu glauben, dass die Beasties schon um die 40 sind, klingen sie doch immer noch so wie Ende der 80er. Und ja, Mike D´s Stimme nervt irgendwann immer noch, aber trotzdem gehört die dazu wie die kranken Videos zu den Songs. Das Neueste zur ersten Single "Ch- check it out" ist auch wieder so ein Wahnsinn auf Film gebannt. Wobei der song nicht mal zu den besten Songs des Albums zählt. Dann doch schon eher der Cembalo- Burner "Right Right Now Now", bei dem endlich auch mal wieder die Plattenspielernadel zum Einsaz kommt. Wie lang hat man das eigentlich schon nicht mehr gehört? Weiterhin sehr geil auch "It takes time to build". Der zuerst stumpfe Beat endet in einem Sample- Stakkato der Extraklasse. "Rhyme the rhyme well" wabert dahin und man kann fast den dicken Doperauch riechen. Bei der Electro- Keule bekommt man zwangsläufig Nackenschmerzen vom Mitnicken. Als Knickerbocker hat man natürlich auch noch ein Statement zu "9-11" abgegeben. "Open letter to NYC" verkörpert eigentlich die ganze bedrohende Atmosphäre, die nach dem Anschlag uber der Stadt lag.

Auch wenn diesmal vollkommen auf Crossoverspielerein verzichtet wird und man durchaus von einem reinen Hip- Hop Album sprechen kann, so ist die Platte auch durchaus was für die Rocker, die wenigstens ein wenig für Sprechgesang offen sind.

Benjamin Köhler

Finden


Alles gelesen? Guck doch mal in unserem Textarchiv vorbei, dort gibt es fast 5000 Rezensionen und mehr als 400 Konzertberichte und Interviews.