Rezension

Baskery

New Friends


Highlights: Nobody Nice // Rivers Of Home // Tendencies
Genre: Bluegrass // Blues // Punk // Folk // Country
Sounds Like: Neko Case // Gillian Welch // Alison Krauss // Dixie Chicks

VÖ: 10.06.2011

Baskery haben nicht gerade eine einfache Ausgangssituation für ihr zweites Album „New Friends“. Auf den Überraschungseffekt ihrer furiosen Mischung aus Bluegrass, Punk, Country und Blues können die drei Schwestern Sunniva, Greta und Stella Bondesson aus Schweden nicht mehr bauen – auch wenn man immer noch nicht so recht glauben mag, dass diese Musik tatsächlich von drei zierlichen schwedischen Damen stammt, wo man doch Schweden in erster Linie mit Popmusik und Indie assoziiert.

Anstatt wie auf ihrem Debütalbum „Fall Among Thieves“ im wilden Galopp durch ihr eigenes Album zu jagen, lassen es Baskery auf ihrem Zweitwerk insgesamt etwas ruhiger angehen. Zwar lassen es sich die Bondesson-Schwestern nicht nehmen, mit ihrem Opener „Shame & Dance“ ein rasantes Tempo aufzunehmen, insgesamt ist auf „New Friends“ jedoch der Punk- und auch der Bluegrassanteil ihrer Musik trotz der klassischen Bandbesetzung aus Banjo, Gitarre und Stand-Up-Bass deutlich schwächer ausgeprägt. Oft sind es an sich simple Popsongs wie zum Beispiel „Mortal“ oder „Nobody Nice“, die in einem Americana-Gewand präsentiert werden. Mit „The Queen & The Drone“ findet sich auch eine ruhige Blues-Ballade unter den Songs und auch „As Simple As This“ hat ein gemütliches Tempo. Dass „New Friends“ dann schließlich mit einem neunminütigen Folk-Song ausklingt, überrascht einen bei der bunten Mischung, die Baskery hier präsentieren, auch nicht mehr wirklich.

Man hat bei ihrem zweiten Album weniger das Gefühl, dass Baskery auf Effekte aus sind, als es beim Vorgänger der Fall war. Nicht, dass man ihnen unterstellen könnte, dass sie bei ihrer Musik berechnend vorgehen würden – dafür ist den drei Schwestern, die schon seit über zehn Jahren gemeinsam Tourneen bestreiten, ihre Musik viel zu wichtig. Auf „New Friends“ geht es aber weniger um musikalische Kühnheit und Virtuosität – dass die drei hervorragend aufeinander eingespielt sind, sollte inzwischen klar sein – sondern um die Liebe zu amerikanischer Musik. Wer mit „Fall Among Thieves“ seinen Spaß hatte, den Bondesson-Schwestern bei all ihrem Können dennoch diese schwedische Bluegrass-Nummer nicht abkaufen wollte, wird spätestens mit ihrem neuen Album erkennen, dass es die drei wirklich ernst meinen.

Kilian Braungart

Sehen


Video zu "Throw A Bone":

Finden


Bye-Bye



Am 5. Januar 2021 haben wir éclat eingestellt. Mehr Infos hierzu gibt es auf unserer Startseite!