Rezension

Andreya Triana

Giants


Highlights: Paperwalls // Clutterbug // Everyting You Never Had Pt II
Genre: Pop // Soul
Sounds Like: Lianne La Havas // Corinne Bailey Rae // Solange

VÖ: 01.05.2015

Du lieber Himmel! Fünf Jahre sind seit dem Debütalbum „Lost Where I Belong“ von Andreya Triana vergangen. Was war da so lange los? Zuerst einmal natürlich eine ausgedehnte Tour nach dem Solo-Durchbruch. Dann standen wieder einige Features an, wie z.B. auf der aktuellen Platte von Lapalux. Und schließlich konnte sich die Londonerin einfach nicht mehr aus dem Studio loseisen: Über 70 (!) Songs hat Andreya Triana in den vergangenen Jahren aufgenommen. Die zwölf ausgereiftesten haben es dann letztendlich auf „Giants“ geschafft.

Und Reife ist auch das richtige Stichwort, denn die Sängerin präsentiert sich auf ihrem zweiten Album in nahezu allen Facetten „erwachsener“ und geht in Sachen Songwriting große Schritte nach vorne. Sowohl stimmlich als auch textlich war Andreya Triana auf ihrem Erstling noch etwas schüchtern, kam nicht so recht aus ihrem Schneckenhaus. Ganz anders nun auf „Giants“: Zu hören ist eine mehr als selbstbewusste Frau, die tiefsinnige Lyrics schreibt, mit denen sie von der Beziehung zu ihrer Mutter („Everyting You Never Had Pt II“) bis hin zur schnelllebigen Gesellschaft („Keep Running“) ganz unterschiedliche Themen anschneidet.

Auch musikalisch wird deutlich breiter aufgefahren. Matt Hales (aka Aqualung) zimmert einen Breitwand-Sound hin, der sich im Bereich Soul und Pop sicherlich nicht vor Genregrößen wie Lianne La Havas oder Rebecca Ferguson verstecken muss. Auf der anderen Seite ist das aber auch ein wenig schade, denn Andreya Triana ist dadurch ein klein wenig austauschbarer geworden.

Viel ist nicht mehr übrig geblieben von der unscheinbaren Künstlerin, die zwar unter dem Radar flog, aber dafür ganz eigenständig klang. Aber so ist das nun mal, wenn man seinen Sound für noch mehr Menschen öffnen möchte. Und das ist vollkommen wertungsfrei gemeint. Deswegen kann man Andreya Triana zu „Giants“ gratulieren, denn das Album wird sie weiter voranbringen, in ihrer Karriere und als Künstlerin. Noch einmal fünf Jahre wird man garantiert nicht warten müssen.

Benjamin Köhler

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"That's Alright With Me" im Stream
Everyting You Never Had Pt II" im Stream

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