Rezension

Alpha

The Sky Is Mine


Highlights: Burn Me Again // Ariel
Genre: Ambient-Pop
Sounds Like: Goldfrapp // Portishead

VÖ: 07.03.2008

Es gibt Beziehungen, die wollen einfach nicht funktionieren. Bei Alpha und mir ist das so. Dabei fing es eigentlich ganz gut an, durch eine zufällige MySpace-Begegnung. Aber dann das: Die erste Promo-CD ging bei der Post verloren, der zweite Versuch will nichts werden. Und das trotz der Referenzen: Bristol-Sound, TripHop, vormals erste Band auf dem Massive-Attack-eigenen Label Melankolic. Allerdings distanzieren sich Alpha ausdrücklich von Massive Attack, Portishead und Konsorten, da sie nicht nur als deren Abklatsch gelten wollen. Ich würde sagen, ein Luxusproblem, denn welche Band hätte sonst Probleme damit, mit diesen in einem Zug genannt zu werden. Alpha bewegen sich irgendwo dazwischen, zwischen Portishead und dem Album „Felt Mountain“ von Goldfrapp.

Das Album ist insgesamt sehr seicht. Wo einen Portishead durch Ausdruckskraft gefangen nehmen, versuchen Alpha durch liebliche Glockenspiele, zarte Klavierpassagen und klebrige Streichereinsätze ungefähr das Süßigkeitslevel eines ganzen Jahrmarktstandes zu erreichen. Der mal schmachtende, mal schmeichelnde Gesang trägt sein übriges dazu bei. Würde man alle verwendeten Ambientflächen auf diesem Album wirklich auslegen, halb England wäre damit bedeckt. Ich kann jedem Besitzer einer Cocktailbar oder Lounge nur empfehlen, diese Platte sein eigen zu nennen.

Es ist einfach die ideale Hintergrundmusik. Sie stört nicht, tut nicht weh, und egal, an welcher Stelle man sich gerade befindet, man hat in den letzten fünf Minuten nichts Besonderes verpasst. Obwohl, gar nichts verpasst wäre zu hoch gegriffen, ein paar Highlights gibt es doch noch. Da wäre „Burn Me Again“, welches sehr verhalten beginnt, sich dann aber zu einem pathosgeladenen Stück entwickelt, für das Portishead sich nicht schämen müssten. Ebenso finden sich überall verteilt Momente, bei denen man sich wünscht, sie würden nicht in waberndem Ambient untergehen. Die der Limited-Edition beigelegte Bonus-CD in Albumlänge schließt sich nahtlos an, wenngleich die Hälfte der Titel instrumental und einige von denen sogar relativ gut gelungen sind

Der Albumtitel ist gut gewählt: „The Sky Is Mine“ – der Himmel von Alpha ist hellblau, überzogen von Wattewolken und strahlender Sonne und genau so präsentieren sich auch sämtliche Stücke darauf.

Klaus Porst

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