Rezension

Adam Green

Aladdin


Highlights: Never Lift A Finger // Fix My Blues
Genre: Weird-Folk
Sounds Like: The Moldy Peaches // Devendra Banhart // Eels

VÖ: 29.04.2016

Adam Green ist ein verrückter Hund. Das war uns ja bereits klar. Doch „Aladdin“, sein neues und umfassendes Crossmedia-Projekt, das aus einer Ausstellung, einem Film und dem passenden Soundtrack besteht, setzt dem ganzen noch einmal die Krone auf.

Der Film steht im Zentrum des Projektes und ist eine sehr lose Adaption von Aladdin. Echte Schauspieler (unter anderem Musikerkollege Devendra Banhart und Macaulay Culkin) vor 30 unterschiedlichen, grell bemalten Pappmaché-Sets mit einer Wunderlampe aus dem 3D-Drucker und einem subversiven Aladdin in Person von Adam Green. Das ist genauso verrückt, wie es klingt.

Der Soundtrack, der eigentlich nur durch die eingeschobenen Filmsequenzen als solcher erkennbar ist, ist klassischer Anti-Folk aus dem Hause Green. Kurze, knackige Hits, getragen von Greens sonorem Bariton. Die Texte bewegen sich zwischen Dadaismus und post-pubertärem Humor, der wahlweise Drogen oder Penisse in den Mittelpunkt rückt. Musikalisch probiert sich Green aus. Der bekannte, kurzweilige Anti-Folk wird angereichert mit elektronischen Klängen („Nature Of The Clown“) oder exotischeren Calypso-Sounds („Someone Else’s Plan“), was das Album weniger stringent und konzeptionell hier und da doch eher beliebig erscheinen lässt. Auch wenn „Aladdin“ trotz allem eines der besseren Alben Greens ist, das obskure Highlight des Gesamtprojektes dürfte der Film bleiben.

Andreas Peters

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