Rezension

AC/DC

Black Ice


Highlights: Rock´n Roll Train // Skies On Fire // Big Jack // Black Ice
Genre: Rock
Sounds Like: Status Quo // Van Halen // Black Sabbath // Airbourne

VÖ: 17.10.2008

Wer es schafft, 35 Jahre lang über 16 Studioalben die gleichen Songs in minimal abgeänderter Form zu schreiben und trotzdem noch die Fans zu begeistern, vor dem muss man Respekt haben. Wer es schafft, überall auf der Welt vor garantiert ausverkauftem Haus spielen zu können, vor dem muss man seinen Hut ziehen. Wer es schafft, als Altherrenband bei H & M sämtliche T-Shirt-Verkaufsrekorde zu brechen, der muss eine Legende sein. Wer als einzige Band der Welt seine Musik nicht digital über iTunes vermarktet, der muss einfach cool sein.

Keine Frage, AC/DC haben so einiges erreicht in ihrer Karriere. Das Geheimnis (und eigentlich ist es ja keines) lautet seit jeher Konstanz. Konstant das Gleiche, aber auch konstant gut. Brian „Minipli Man“ Johnson jault sich durch die Songs, Angus Young gibt den ewig jungen Schuljungen an der Gitarre, Phil Rudd ist der fleischgewordene 4/4-Takt und Malcolm Young und Cliff Williams bilden das Rückgrat.

Was treibt diese Band bloß noch an? Die Antwort versteckt sich alleine auf der Tracklist zu „Black Ice“ ganze vier mal. Rock´n Roll. Besser gesagt, die Liebe zu ihm. Was die Rolling Stones immer wieder vorlügen, nimmt man AC/DC sofort ab. Die ehrliche Handarbeit trieft auch nach acht Jahren Schaffenspause aus jeder Pore des neuen Albums. Der „Rock´n Roll Train“ läuft immer noch wie geschmiert, das machen die Australier gleich mit dem ersten Stück klar. Riff, Strophe, Refrain, Gitarrensolo, Strophe, Refrain. Fertig. Geil. Natürlich haut nicht jeder Song aus den Socken und ein Album wie „Back In Black“ werden sie wohl nie wieder schreiben. Dennoch wird wieder die Luftgitarre ausgepackt, das Haupthaar geschüttelt und hemmungslos an den Sack gegriffen.

Man mag es kaum glauben und es ist wahrscheinlich sowieso jedem scheißegal, der AC/DC hört und mag, aber wenn man genau hinhört, kann man auch die ein oder andere Veränderung entdecken. So zeigt sich Johnson in „Rockin All The Way“ ungewohnt variabel in seinem Gesang und bei „Rock´n Roll Dream“ wird sogar ein Stimmeneffekt eingesetzt! Und ja...äh...das wars eigentlich auch schon. Wollen ja schließlich nicht übertreiben, die Herren von AC/DC. Sind schließlich auch schon alt und dürfen sich nicht allzu sehr verausgaben. Wenn AC/DC nämlich eines Tages sterben, stirbt auch der Rock´n Roll.

Benjamin Köhler

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