Konzertbericht

The Hives


"We are The Hives. You are The Stuttgarrrrters!"

Der Winter macht sich bemerkbar. Es ist schweinekalt, aber trotzdem geht man vom Parkplatz zum Longhorn eiskalt nur im T- Shirt bekleidet, weiß man doch, dass The Hives Shows immer eine schweißtreibende Angelegenheit sind. Der Club ist natürlich völlig ausverkauft und es herrscht somit schon vor dem ersten Ton ein immerwährendes Gedränge und Geschiebe.

Vor dem großen Act dürfen aber erstmal CDOASS ran. Eine weitere Schwedenband in Anzügen und von Pelle Almquist höchstpersönlich als Support für die Tour mitgenommen. Ihre Mischung aus elektronischen Versatzstücken und Franz Ferdinandschem Rock ist zunächst ganz unterhaltsam. Schnell bemerkt man jedoch, dass sich die einzelnen Songs, sowohl von der Struktur, als auch vom Aufbau her, stark gleichen. Zudem wird die Stimme von Sänger Anders Pietsch immer nervtötender. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass der Drummer die coolste Frisur des Abends hat. In seinem Afro könnte sich Danny DeVito locker verstecken.

Nach gut 30 Minuten ist Schluß und das große Warten beginnt. Ja, die Hives lassen sich mal wieder Zeit, ziemlich viel Zeit sogar. Und so geht fast eine dreiviertel Stunde ins Land bevor die Band endlich die Bühne entert. Dafür bricht nun ein wahrer Orkan los! Mit "Abra Cadaver" wird eröffnet und sofort beginnt ein unglaublicher Massenpogo, der bis zum Ende andauern sollte. The Hives rocken kompromisslos wie eh und je und hauen uns ein Hit nach dem anderen um die Ohren. Nach 10 Minuten merkt man, dass man mal wieder Sport machen sollte. Luftschnappend und völlig verschwitzt erträgt man einen blauen Fleck, nach dem Anderen. Sowas nimmt man für die Show aber gern in Kauf, denn Pelle gibt mal wieder den Entertainer-deluxe. Mit lockeren Sprüchen und augenzwinkerndem Größenwahn zieht er die Leute auf seine Seite. Und die danken es ihm mit grenzenloser Euphorie, die vor allem bei den Hits wie "Hate to say I told you so", "Die, alright!" oder " Main offender" deutlich wird.

Das aktuelle Album "Tyrannosaurus Hives" kommt natürlich auch nicht zu kurz und wird ebenso wie "Veni Vidi Vicious" fast vollkommen durchgespielt. Nach zwei Zugaben ist dann auch schon nach 65 Minuten Schluß. Aber mal ehrlich: Länger hätte man es auch nicht mehr ausgehalten. Bis auf die Haut durchnässt und dennoch mit einem irren Lächeln geht's "Das war geil!" sagend nach Hause.

Benjamin Köhler

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Rezension zu "The Black And White Album" (2007)
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