Konzertbericht

Razz Vs. Abay


Dass es an diesem Freitag Abend zu keinem Schlagabtausch zwischen den Bands Abay und Razz kommen wird, war hoffentlich jedem klar, der diese Ankündigung auf den Social-Media-Kanälen verfolgt hat. Stattdessen gab es zwei gut aufgelegte Bands, die ihre Sets brav nacheinander spielten und einen starken Support-Act zu Beginn eingeladen hatten.

Die Rede ist hier vom australischen Duo Polish Club, welches die komplette Tour eröffnet. Nur mit Schlagzeug und Gitarre ausgestattet, bekamen die beiden Musiker das Publikum mit ihrem soulgetränkten Garagensound schnell auf ihre Seite und pflanzen spätestens mit ihrer Interpretation des Savage-Garden-Hits "Truly Madly Deeply" den ersten Ohrwurm in die Gehörgänge. Diese Band sollte man im Auge behalten.

Abay zeigten dann im Anschluss, nun mit zwei Longplayern im Gepäck, dass sie sich nun endgültig von Blackmail emanzipiert haben und auch keine Songs der ehemaligen Band des Leaders Aydo mehr auf der Setlist haben. Das Konzert begannen sie lautstark mit "Stop The Fever" von der aktuellen Veröffentlichung "Love & Distortion" und spielten sich im Verlauf durch ein abwechslungsreiches Set, in dem sie auch nicht davor zurückschreckten, die längeren und ruhigeren Stücke zu spielen, was aber, nicht zuletzt wegen der starken Bühnenpräsenz Aydos, trotzdem gut funktionierte und vom zahlreich erschienenen Hamburger Publikum gut angenommen wurde.

Razz ließen als Headliner dann anschließend den Off-Beat der 2000er Jahre wieder aufleben und brachten die Masse ordentlich in Bewegung. Wo es bei Abay bewusst an den richtigen Stellen ordentlich zerrte, bügelte das Quartett aus dem Emsland ihren Sound ordentlich glatt, was sehr professionell wirkte, aber auch keine Ausbrüche erlaubte und dem Set etwas die Spannung nahm. Die Setlist, bestehend aus den Hits der beiden Veröffentlichungen "With Your Hands We'll Conquer" und "Nocturnal", funktionierte wunderbar und entließ die Menge gut eingetanzt auf die Reeperbahn.

Sönke Holsten

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