Interview

Half Moon Run


Mit "Dark Eyes" erschien Ende Oktober endlich auch bei uns das tolle Debütalbum der kanadischen Band Half Moon Run und schaffte es auch gleich zu unserem Album der Woche. Wir trafen die Band auf dem diesjährigen Haldern Pop Festival und sprachen mit Ihnen unter anderem über den großen Erfolg ihres Albums.

Obwohl die vier Jungs von Half Moon Run erst seit kurzer Zeit gemeinsam Musik machen, und mit "Dark Eyes" gerade einmal ein einziges Album veröffentlicht haben, ist die Liste ihrer Erfolge schon ziemlich lang. So haben sie in diesem Jahr einen Plattenvertrag beim renommierten US-Label "Glassnote" unterschrieben, waren unter den 20 "Must-See Bands" beim legendären SXSW Festival, eröffneten im Frühjahr die Shows für Mumford & Sons auf ihrer Europatournee, bekamen von der britischen Musikzeitschrift NME den Titel "Kings Of The Buzz" für die spannendste Band auf dem kanadischen Festival "M for Montreal" und spielten zudem weltweit auf den großen Festivals vor begeistertem Publikum, wie beispielsweise dem South By Southwest oder dem Glastonbury Festival.

Bei all dem Erfolg stellt sich natürlich die Frage, ob die Band bislang überhaupt schon Zeit gefunden hat, diesen zu realisieren und zu verarbeiten. "Es ist wichtig, von Zeit zu Zeit über die guten Dinge nachzudenken, die gerade mit uns passieren, und das sind natürlich dann wundervolle Erinnerungen, wie die Tour mit Mumford & Sons. Mit Ihnen zusammen auf der Bühne zu stehen, war natürlich fantastisch. Wir haben schon einige großartige Möglichkeiten und Chancen bekommen. Aber der Erfolg macht mir glücklicherweise keine Angst."

Dass die Band auch hierzulande eine ähnliche Erfolgsgeschichte abliefern könnte wie in ihrer Heimat Kanada, ist nach den fast ausschließlich guten Rezensionen zu ihrem Album mehr als wahrscheinlich. Für den europäischen Musikmarkt wurde "Dark Eyes" gegenüber dem kanadischen Release um den Song "Unofferable" erweitert, was aber nicht bedeutet, dass die Band mit dem ursprünglichen Release unzufrieden war. "Wir sind nach wie vor sehr stolz auf das Ergebnis unseres Songwritings, wir schrieben die Songs schon vor langer Zeit, aber freuen uns jetzt vor allem, diese auch endlich dem deutschen Publikum vorzustellen."

Im Gegensatz zu anderen kanadischen Bands, wie beispielsweise den Evening Hymns, verzichtete die Band bei den Arbeiten zu ihrem Debüt allerdings komplett auf Features und die Hilfe anderer kanadischer Musiker. Eine bewusste Entscheidung, wie uns Dylan Philips verraten hat: "Es ist richtig, dass sich Bands aus Kanada oft gegenseitig unterstützen. Aber aus irgendwelchen Gründen kennen wir gar nicht so viele Bands aus Kanada. Lediglich in Montreal kennen wir die Szene etwas besser, sind ja beispielsweise auch mit Patrick Watson getourt. Und ich muss sagen, Montreal hat wirklich eine tolle Musikszene, und es ist schön, ein Teil davon zu sein. Aber wir wollten einfach unser eigenes Ding machen."

Doch auf ihren Lorbeeren will sich die Band nicht ausruhen und arbeitet schon fleißig an neuem Material. "Wir haben schon viele neue Ideen, und nutzen die wenige Zeit, die wir momentan haben, auch dafür. Aber es dauert natürlich noch etwas, bis das alles spruchreif ist."

So darf man gespannt sein, ob und wie die Erfolgsgeschichte von Half Moon Run weiter geschrieben wird. Mit "Dark Eyes" haben sie die Messlatte auf jeden Fall schon einmal sehr hoch gehängt.

Benjamin Schneider

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