Insolvenz von Plattenfirmen // Krise der Musikindustrie

Eine Liebe zur Musik, eine Liebe zu den Tönen

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Camelz
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Beitrag von Camelz » Do Apr 05, 2007 11:20 am

Speedo hat geschrieben:Dann verdient halt das Label nur noch 2,50, dre handel nur 2 Euro, der Vertrieb wird vom Label selbst in die Hand genommen und schon sind wir bei einem erträglichen Preis, der unter 10 Eus liegt...gerade was der Vretrieb kostet und Label und Handel für Gewinne einstreiche steht in lkeiner Relation zu dem, was der Künstler dann bekommt...

Oder aber der Künstler vermarktet sich nur noch selbst...macht ein eigenes Label auf und Schluss...klar Wunschenken, aber es bliebe für ihn mehr hängen als sonst...
Label brauch geld für die werbung, dem handel gehts bis auf die kleinen plattenläden ausgezeichnet und hat absolut keinen grund von den 3 euro runterzugehen, und ohne vertriebsfirma kommst du doch garnicht dazu dass deine platte auch nur irgendwo verkauft wird..

ich versuche ja schon CDs so weit es geht bei Konzerten kaufen, weil da nur Label und Künstler dran verdienen. selbstvermarktete alben werden so gut wie garnicht gekauft da menschen komischerweise lieber bei amazon einkaufen als bei den labels selbst. so ganz blick ich ja auch nicht durch, aber das der staat doppelt so viel an einer CD verdient wie der künstler ist schonmal abartig :!:
es ist ein junge, frau hitler!

Speedo
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Beitrag von Speedo » Do Apr 05, 2007 11:24 am

nein natürlich hat der Handel kein Grund, von dem Preis runter zu gehen...den Vertrieb selbst in die Hand nehmen geht nicht? Ist das fest in der Hand der vertriebsfirmen? Zumindest bei namhaften Bands müsste man das Ding doch auch ohne Firma an den Plattenladen bringen...warum ein vertrieb notwendig ist habe ich eh nie kapiert...
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Beitrag von Speedo » Do Jul 26, 2007 10:50 am

Insolvent kann jetzt nicht sagen trotzdem sehr traurig Long Gone John verscherbelt "Sympathy For the records Industry"... :


FOR SALE Preeminent Independent Record Label

Sympathy For The Record Industry

$625,000.00 or $700,000.00 if i don't like you

Known for a multitude of things including releasing early efforts by Hole, The my new member's only jacket that I bought for 200 dollars, Turdonecro, Rocket from the Crypt and The 5,6,7,8's as well as resurrecting the classic music of immortals such as Roky Erickson, New York Dolls, Suicide, The Gun Club, Spacemen 3, The Scientists and Wanda Jackson and lets not forget the serious concentration on a plethora (like that word??) of bands in hot beds such as Memphis, Detroit and Montreal and also being among the first to look towards the Far East to unleash the demented and curious off-kilter sounds of those crazed ornamentals (Asians to you of a p.c. mindset)...
So what?? 'Big deal' you say, well, Sympathy has also worked with underated and seemingly unsung heroes like Billy Childish, The Oblivians, Holly Golightly la la la etc and are hailed for recognizing and employing important visual artists to create wonderous covers by Mark Ryden, Camille Rose Garcia, Yoshitoma Nara, Liz Mcgrath, Coop, The Pizz, Dan Clowes blah blah blah la la la etc ad infinitum...
Sympathy are also responsible for releasing records by untold bands of differing degrees of talent with really cool names like The Pleasure F*ckers, Banana Erectors, Anal Babes, Candypants, Teenage Larvae, Tri-State Kill Spree, Iowa Beef Experience, The Child Molesters, Penetration Moon, Smegma, Ethyl Meatplow, The Spaceshits and Destroy All Monsters...

Single-handedly responsible for lowering the standards of the entire record industry...

includes:
questionable/nebulous rights to nearly 750 releases by over 550 bands
current distribution deal with foremost U.S. independent distributor with strong international distribution as well
existing stock modestly estimated at a wholesale value of 1.8 millon dollars
all master tapes, acetates, stampers and mothers to continue production of titles
massive personal archive of sympathy rarities (lots of amazing surprises)
preliminary cover layouts/some original artwork/interesting and valuable artifacts galore
established web site and vastly lucrative mail order business

over 30 snappy sarcastic slogans featuring much-loved heavy-hitters:

"We almost really care'
"Is a force this powerful going to be overlooked by an industry that needs all the Sympathy it can get"
"You've tried the rest now go f*ck yourself"
"Sound and fury signifying nothing" (ok, we stole that one from Shakespere)
"West coast perpetrators of the finest in musical mayhem"
"The most favoritest populars, cost so little goody you like 'em"
'A name you can pronounce since 1988"
'18 years of performance anxiety, instability and poor judgement'
'We just don't know when to gve up'
"A tradition of obscurity and obsolescence"

incomprehensible bad reputation included at no additional cost

interested parties contact long gone john (anti-mogul/fat cat/accidental c.e.o.) at sympathy13 [at] aol [dot] com
[/i]
Shit.
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Beitrag von Hydro Meteor » Do Jan 17, 2008 9:55 am

noch keine insolvenz: :wink:

erst paul mccartney und radiohead, dann robbie und coldplay, dann the verve und jetzt

the rolling stones

MUSIK-GIGANT IN DER KRISE
Rolling Stones wollen EMI verlassen


http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,529164,00.html
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Beitrag von Hydro Meteor » Mo Apr 21, 2008 11:21 am

Chris von Rautenkranz hat geschrieben:Liebe Freunde,

heute ein paar Neuigkeiten für alle Musiker, Engineers und Produzenten unter euch.

Die es nicht interessiert und die auch niemanden kennen, den es interessieren könnte, Equipment zu kaufen oder ein Studio zu mieten, bitten wir vielmals um Entschuldigung.

los gehts:

Chris ist auf der Suche nach einem Nachmieter für seine Tonstudioräume zum 01.07.08.
Die Gesamtfläche beträgt ca. 300 qm und befindet sich direkt in der Hamburger City, Willy-Brandt-Straße.

Einen ersten Eindruck könnt Ihr Euch hier machen: www.soundgarden.de

Bitte antwortet bei Interesse an seine Mail-Adresse oder meldet Euch telefonisch bei Chris (beides s.unten).

Viele herzliche Grüße,

Chris v. Rautenkranz
und die zwei von Lado

chris /am/ soundgarden.de
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Beitrag von Hydro Meteor » Do Mai 08, 2008 11:03 am

1. ich habe mal den titel etwas ergänzt, falls das nicht genehm ist ... bitte um rückänderung

und dann:
http://www.musikindustrie.de/fileadmin/ ... eutsch.pdf

Bild
www.musikindustrie.de_2008-04-25 hat geschrieben:
Offener Brief zum Tag des Geistigen Eigentums

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
morgen ist der Tag des Geistigen Eigentums. Als Komponisten und Musiker, Schriftsteller und Verleger, als Schauspieler und Filmemacher begrüßen wir es sehr, dass mit diesem Tag das Bewusstsein für den Wert geistigen Eigentums gestärkt werden soll. Denn leider müssen wir täglich mit ansehen, wie das Recht auf einen angemessenen Schutz unserer Werke missachtet wird. Vor allem im Internet werden Musik, Filme oder Hörbücher millionenfach unrechtmäßig angeboten und heruntergeladen, ohne dass die Kreativen, die hinter diesen Produkten stehen, dafür eine faire Entlohnung erhalten. So wurden allein im vergangenen Jahr in Deutschland über 300 Millionen Musikstücke illegal aus dem Internet heruntergeladen. Zehnmal mehr, als legal verkauft wurden. Mehrere Millionen Menschen bedienen sich regelmäßig aus Internet-Tauschbörsen und anderen illegalen Quellen im Netz. Und obwohl damit nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Allgemeinheit durch Steuerausfälle und Arbeitsplatzverluste geschädigt werden, schaut der Staat bisher nahezu unbeteiligt zu. In China setzen Sie sich vorbildlich für die Interessen der deutschen Industrie beim Thema Produktpiraterie ein. Bitte tun Sie das auch in Deutschland für mehr Respekt vor dem Schutz geistigen Eigentums. Denn als einziger Weg, sich zur Wehr zu setzen, bleibt Künstlern, Kreativen und den beteiligten Industrien bisher nur die Möglichkeit, gegen die Anbieter illegaler Produkte juristisch vorzugehen. Geistiges Eigentum ist aber – so hat es der Chef des gleichnamigen Bilderimperiums Mark Getty einmal formuliert – das Öl des 21. Jahrhunderts. Dahinter verbirgt sich die Erkenntnis, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft schon heute und vor allem in Zukunft Motor für Wachstum und Wohlstand ist. Ohne Musik und Hörbücher bräuchten wir keine iPods, ohne Filme keine Flachbildfernseher, ohne Breitbandinhalte keine schnellen Internetzugänge. So entfallen allein 70 Prozent des Internetverkehrs in Deutschland auf die – leider meist illegale – Tauschbörsennutzung. Aber während beispielsweise
die milliardenschwere Telekommunikationsindustrie massiv von der Nutzung illegaler Inhalte profitiert, verweigert sie beim Schutz geistigen Eigentums die Verantwortung. Auf europäischer Ebene erkennen immer mehr Länder, dass die massenhafte individuelle Rechtsverfolgung im Internet nur eine Zwischenlösung sein kann und technologischer Fortschritt und der Schutz geistigen Eigentums nicht im Widerspruch zueinander stehen dürfen. Frankreich und England gehen hier mit beispielhaften Initiativen voran. Dort sind Internetprovider sowie die Musik- und Filmindustrie aufgefordert, unter staatlicher Aufsicht gemeinsam mit Verbraucher- und Datenschützern Verfahren zum fairen Ausgleich der Interessen aller Beteiligten zu entwickeln.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, wir wissen, dass auf einem solchen Weg viele politische und rechtliche Hürden zu überwinden sind. Deshalb bitten wir Sie: Nehmen Sie sich dieses Themas an und machen es zur Chefsache. Denn während etablierte Künstler noch von den Erfolgen der Vergangenheit zehren können, trifft die Internetpiraterie vor allem junge Nachwuchstalente. Langfristig wird so die kulturelle und kreative Vielfalt in unserem Land abnehmen und wir verspielen eine unserer wichtigsten Zukunftsressourcen.

In der Hoffnung auf Ihre Unterstützung und mit freundlichen Grüßen,

2raumwohnung, Daniel Acht, Fatih Akin, Götz Alsmann, Stefan Arndt, Bob Arnz, Uli Aselmann, Andreas Auth, Lutz Bandte, Wolf Bauer, Claudia Baumhöver, BAP, Dr. h. c. Wolfgang Beck, Christian Becker, Oliver Berben, Christoph Biemann, Julia Boehme, Claus Boje, Ranja Bonalana, Dr. Jörg Bong, Prof. Dr. Heinrich Breloer, Silke Brix, Till Brönner, Burkhard Brozat, Prof. Christian Bruhn, Francesco Bruletti, Anni Brunner, Detlev Buck, Sven Burgemeister, Leander Carell, Yvonne Catterfeld, Roger Cicero, Culcha Candela,
Jakob Claussen, Caroline Daube, Samy Deluxe, Renan Demirkan, Joy Denalane, Helmut Dietl, Die Labbese, DJ Ötzi, Klaus Doldinger, Bernd Eichinger, EL*KE, Peter Eötvös, Jörg Evers, Dieter Falk, Dr. Wolfgang Ferchl, Axel Fischer, Helene Fischer, Uschi Flacke,
Julia Franck, Egon L. Frauenberger, Amelie Fried, Molly von Fürstenberg, Joseline Gassen-Hesse, Hans W. Geißendörfer, Bijan Ghawami, Dr. Peter Gölitz, Ulrich Granseyer, Herbert Grönemeyer, Ludwig Güttler, Till Hagen, Martin Hagemann,
Kirsten Hager, Klaus Hanslbauer, Titus Häussermann, Peter Heppner, Max Herre, Gerd Hesse, Sabine Hirler, Mischa Hofmann, Dr. G.-Jürgen Hogrefe, Höhner, Dr. Gottfried Honnefelder, Klaus Humann, Viola Jäger, Christoph John, Juli, Udo Jürgens,
Dr. Joachim Kaps, Ewa Karlstroem, Andreas Langenscheidt, Toni Kater, Joachim Kaufmann, Georg Kessler, Dietrich zu Klampen, Klaus & Klaus, Alexander Klaws, Patrick Knippel, Astrid Kollex, René Kollo, Meike Kordes, Harald Kügler, Mickie Krause, Joachim Król, Michael Krüger, Dieter Thomas Kuhn, Peter Lackner, LaFee, Prof. Ulrich Limmer, Udo Lindenberg, Peter Lohmann, Annett Louisan, Peter Maffay, Manfred Mai, Martin May, Helge Malchow, Marquess, Marc Marshall, Jens Meurer, Reinhard Mey, Kari Meyer, MIA.,
Michael Mittermeier, Monrose, Martin Moszkowicz, Christoph Müller, Nobelpenner, Oomph!, Margit Osterwold, Erich Öxler, Wolfgang Pampel, Stefan Peters, Dr. Joerg Pfuhl, Uli Putz, Thomas Quasthoff, Rabaue, Karl-Klaus Rabe, Frank Ramond, Reamonn,
Uschi Reich, Aribert Reimann, Steffen Reuter, Revolverheld, Dr. Andreas Richter, Prof. Dr. h. c. Wolfgang Rihm, Rosanna Rocci, Hilke Rosenboom, Ursula Rosengart, Rosenstolz, Jennifer Rostock, Dr. Christian Rotta, Sasha, Prof. Dr. Enjott Schneider,
Philipp Schepmann, Schiller, Monika Schlitzer, Jörn Schlönvoigt, Bernhard Schmid, Kim Oliver Schmidt, Dr. Patricia Scholten, Walter Scholz, Barbara Schöneberger, Atze Schröder, Hermann Schulz, Dr. Susanne Schüssler, Jan Schütte, Til Schweiger, Scooter,
Seeed, Mark von Seydlitz, Rodion Shchedrin, Ralph Siegel, Söhne Mannheims, Martin Spencker, Tom Spieß, Dagmar Stehle, Dr. Jörg D. Stiebner, Ulrich Stiehm, Dr. Henning Stumpp, Alexander Thies, Tokio Hotel, Imre Török, Judy Tossell, Matthias Ulmer,
Andreas Ulmke-Smeaton, Ulla Unseld-Berkéwicz, Philip Voges, Prof. Lothar Voigtländer, Neele Vollmar, Dr. Ralf Weigand, Stefan Waggershausen, Peter Wackel, Wagner Love, Joachim Weidler, Jan Weiler, Max Wiedemann, Ursula Woerner, Johanna Wokalek,
Sönke Wortmann, Peter Zenk, Tom Zickler
so weit so bekannt, und jetzt:

http://www.uni-muenster.de/Jura.itm/hoeren/
http://www.blog.beck.de/2008/04/29/woru ... industrie/
Prof. Dr. Thomas Hoeren, Münster, 2008-04-29 hat geschrieben: Worüber ich mich ärgere: Der offene Brief der Musikindustrie
29. April 2008 09:07

Der Bundesverband Musikindustrie hat in den letzten Tagen in allen Tageszeitungen ganzseitige Anzeigen schalten lassen, in denen 200 “Künstler” einen Offenen Brief an Angela Merkel richten (nur ganz klein in der Anzeige ist die tatsächliche Herkunft der Anzeige erkennbar.

Vor allem im Internet würden Musik, Filme oder Hörbücher millionenfach unrechtmäßig angeboten und heruntergeladen, ohne dass die Kreativen, die hinter diesen Produkten stehen, dafür eine faire Entlohnung erhalten“, heißt es in dem Schreiben das unter anderem von Herbert Grönemeyer, Tokio Hotel, Thomas Quasthoff, Amelie Fried, Julia Frank, Andreas Langenscheidt, Til Schweiger, Bernd Eichinger und Stefan Arndt unterzeichnet wurde. „Langfristig wird so die kulturelle Vielfalt in unserem Land abnehmen und wir verspielen eine unserer wichtigsten Zukunftsressourcen“, so die Unterzeichner.

Zur Lösung des Problems verweisen die Unterzeichner auf Initiativen in Frankreich und England, wo auf Druck der Regierungen die Internetprovider künftig bei der Bekämpfung der Internetpiraterie stärker in die Verantwortung genommen werden sollen. Nach mehrfachen „Verwarnungen“ durch ihren Internetprovider müssten Anschlussinhaber damit rechnen, dass ihnen der Vertrag gekündigt wird, wenn sie ihr unrechtmäßiges Handeln nicht unterlassen. Schätzungen zufolge entfallen allein in Deutschland 70 Prozent des Internetverkehrs auf die Nutzung meist illegaler Tauschbörsenangebote. „Während die milliardenschwere Telekommunikationsindustrie massiv von der Nutzung illegaler Inhalte profitiert, verweigert sie beim Schutz geistigen Eigentums die Verantwortung“, so die “Kreativen”.

http://www.musikindustrie.de/

Ich habe langsam die Nase von den Frechheiten der Musikindustrie voll. Undifferenziert wird auf Nutzer und TK-Industrie eingeschlagen. Falsche Zahlen (70% der TK-Nutzung seien illegaler P2P-Verkehr) werden kombiniert mit schrägen Vergleichen gerade mit dem Zensurland China und dubiose Zitate just von Mark Getty (”Geistiges Eigentum sei das Öl des 21. Jahrhunderts”). Die eigenen Haussklaven werden als Unterzeichner vorgeschickt und instrumentalisiert, statt sich mal zu fragen, ob man nicht als Musikindustrie angemessene Salärs an Kreative zahlt. Jede differenzierte Auseinandersetzung fehlt: Hat nicht der Gewinneinbruch in der Musikindustrie noch andere Gründe als P2P? Kann die TK-Industrie überhaupt effektiv den Zugang zu Websites sperren? Ist nicht Urheberrecht geprägt durch eine komplexe Suche nach einem Gleichgewicht zwischen schützenswerten Urheber-, Verwerter- und Nutzerinteressen?

Man will in der Musikindustrie nicht differenziert denken. Man will schlagen, hauen, klotzen. Dualismus ist eben besser verkäuflich als differenzierte Prüfung und Gespräche. Gut = Musikindustrie - böse = der Rest der Welt, die Hörer von Musik (eine Industrie straft ihre Kunden), TK-Industrie, Internetnutzer, Andersdenkende.

Experte: Prof. Dr. Thomas Hoeren
Kategorie: - IT-Recht, - Jugendschutzrecht, Multimediarecht Schlagworte: Offener Brief, Urheberrecht
mehr dazu im Interview mit jetzt.de
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/431043

Diese Woche kontert - nachdem er schon im Blog Kommentare hinterlassen hat - der Chefredakteur der Musikwoche Manfred Gillig in seinem Branchenblatt mit einem ganzen Dossier zum Thema.
Da das auch identisch mit einem neueren Kommentar im Beck-Blog seinerseits zu sein scheint:

http://www.blog.beck.de/2008/04/29/woru ... omment-617

Jurist mit Tunnelblick

Sehr geehrter Herr Prof. Hoeren, in einer ersten Reaktion auf Ihre Ausführungen schrieb ich im beck-blog: „Traurig, was Hoeren mit seiner Denkweise, die schon seit Jahren keine wissenschaftliche Präzision und Unparteilichkeit erkennen lässt, bei seinen Lesern für Vorurteile und Klischees bedient.“ ...
Umso trauriger finde ich, dass Ihre öffentlichen Einlassungen zu diesem Themenkomplex in meinen Augen nicht nur wissenschaftliche Präzision und Unparteilichkeit vermissen lassen, sondern auch jegliches Verständnis des Funktionierens einer Musikindustrie, die Sie anscheinend als monolithischen Popanz empfinden. Sie bedienen mit Ihren Äußerungen Ressentiments und schüren kräftig Vorurteile, die durch Wiederholung nicht
besser werden. ...
Ich beziehe mich mit meiner Einschätzung auf folgende Formulierungen:
• „Ich habe langsam die Nase von den Frechheiten der Musikindustrie voll.“
Frechheiten? Sind Sie der Erzieher, der zur Züchtigung greifen muss?
• „Undifferenziert wird auf Nutzer und TK-Industrie eingeschlagen.“ Wenn man
sich eines vorhandenen gesetzlich geregelten Instrumentariums bedient, um sein
Eigentum zu schützen, schlägt man undifferenziert auf jemand ein? Sehen Sie das
bei Ladenstiebstahl (um im „Bagatellbereich“ zu bleiben) genauso?
• „Falsche Zahlen (70 Prozent der TK-Nutzung seien illegaler P2P-Verkehr) ...“ Dann
nennen Sie doch bitte die richtigen, statt mit einer solchen Formulierung die
Ressentiments zu schüren.
• „Die eigenen Haussklaven werden als Unterzeichner vorgeschickt und instrumentalisiert
...“ Finden Sie Ihre Formulierung nicht beleidigend? Haussklaven? Die
Musikindustrie als Sklavenhalter? Hat Sie denn jegliches Gespür für die Angemessenheit
von Vergleichen verlassen?
• „ ... statt sich mal zu fragen, ob man nicht als Musikindustrie angemessene Salärs an
Kreative zahlt.“ Angemessene Salärs? Für die Künstler? Wissen Sie, wieviel ein
Angestellter eines Independentlabels verdient?
Oder meinetwegen auch ein Inhaber wie Stefan Herwig, dessen Einsatz aus
Überzeugung für seine Ideale ich als bewundernswert empfinde, obwohl er im
Umfeld Ihres Blogeintrags auf verlorenem Posten steht. Kriegen Sie als Autor ein Salär
von Beck? Oder werden Sie für derlei Stuss nicht vielmehr vom Staat bezahlt?
• „Jede differenzierte Auseinandersetzung fehlt ...“ In der Tat, aber doch wohl eher bei
der Klientel, die Sie mit Ihrem Blog (und Ihren Einlassungen zum Thema in der Vergangenheit) bedienen. Und ja doch: Ich sehe auch, dass es unter den vielen Kommentaren inzwischen auch welche gibt, die sich differenzierter mit der Thematik
beschäftigen.
• „Man will in der Musikindustrie nicht differenziert denken. Man will schlagen,
hauen, klotzen. Dualismus ist eben besser verkäuflich als differenzierte Prüfung und
Gespräche. Gut = Musikindustrie – böse = der Rest der Welt, die Hörer von Musik
(eine Industrie straft ihre Kunden), TKIndustrie, Internetnutzer, Andersdenkende.“
Eine böswillige Unterstellung nach der nächsten ...
Dabei stellen Sie selbst durchaus wichtige Fragen: „Hat nicht der Gewinneinbruch in
der Musikindustrie noch andere Gründe als P2P? Kann die TK-Industrie überhaupt
effektiv den Zugang zu Websites sperren? Ist nicht Urheberrecht geprägt durch eine
komplexe Suche nach einem Gleichgewicht zwischen schützenswerten Urheber-,
Verwerter- und Nutzerinteressen?“ Darüber zu diskutieren, hielte ich für sinnvoll
und spannend, und ich hoffe, dass wir in diesem Punkt einer Meinung sind. Aber
leider verhindern Sie mit Ihren emotional aufgeladenen Diffamierungen eine solche
Diskussion.

Musiker als Almosenempfänger

Schwarzweißmalerei hilft niemandem. Es gibt keine monolithische Musikindustrie.
Es gibt einige wenige Majors (die im übrigen Marktanteile verlieren, aber noch immer
gut verdienen). Es gibt Heerscharen von Indies, die Marktanteile gewinnen,
aber immer weniger Mittel in der Kasse haben. Es gibt Indies, die das Handtuch werfen.
Es gibt Künstler wie Grönemeyer, die viel Geld verdient haben und viel Geld in
die Förderung anderer Künstler stecken. Und es gibt Musiker, denen all das schnurz
ist und die sich mit Liveauftritten oder TShirt-Verkauf über Wasser halten. Es gibt
Musikverleger, Produzenten etc. pp., die alle ihre eigenen Partikularinteressen
haben. Es gibt Verwertungsgesellschaften, die trotz aller strukturellen Fragwürdigkeiten
noch immer die wichtigste Errungenschaft der Kreativen sind. Glauben Sie im
Ernst, dass es all diesen Teilen der sogenannten Musikindustrie heutzutage besser
ginge, wenn sie sich nicht gegen illegale Verbreitung von Musik gewehrt hätten?
Und wenn sie dies auch weiterhin tun? Eine interessante Diskussion wäre sicher
auch, ob das Internet mit all seinen Möglichkeiten die Entwicklung wieder
zurückdreht zu ähnlichen wirtschaftlichen Strukturen wie vor der Aufklärung: der
Musiker als Mäzenatenzögling, als Hofmusikant, als „freier Geist“, als Almosenempfänger.
Da frage ich mich, zugegeben: polemisch, ob Sie als Professor (ebenso wie
viele Kommentarschreiber im Blog, denen als Jurastudenten oder Anwälten die Niederungen der sozialen Wahrheit gerade im Kreativsektor anscheinend eher fremd
sind) sich überhaupt Gedanken über solche profanen Zusammenhänge machen.

Verlogene Argumente

Schön wäre auch, wenn mal jemand handfest belegen könnte, dass Lawrence
Lessig und Creative Commons eine bessere Alternative zum jetzigen System sind.
Strom aus der Steckdose, Musik aus dem Wasserhahn – haben wir nicht einen wunderbar differenzierten und verbraucherfreundlichen
Energiemarkt? Und wäre das nicht ungeheuer effizient: eine zentrale
Behörde zur Verteilung der Erlöse aus der Musikflatrate an alle Lizenzberechtigten?
An anderer Stelle – im Interview mit jetzt.de – greifen Sie den Gedanken vom
Wandel des Urheberrechts zu einem reinen Wirtschaftsrecht der Verwerter auf. Darum
ginge es Ihnen. Ohne Zweifel ein wichtiges Anliegen und ein ergiebiges Thema angesichts der zunehmenden Dominanz internationaler Entertainmentkonzerne (die
meistens allerdings nicht vom deutschen Urheberrechtsverständnis geprägt sein
dürften, sondern wohl eher vom englischen Copyright-Gedanken). Nur schlagen
Sie in der aktuellen Debatte meines Erachtens den Sack und nicht den Esel. Und P2P
hat damit zunächst einmal wenig zu tun. Denn alle Schutzmaßnahmen helfen
nichts, wenn man sich umsonst bedienen kann. Den Verwertern bleibt dann nichts
mehr zum Verwerten. Man kann das zynisch sehen und all den Indies (und das
ist die Mehrheit der Betroffenen, nicht die internationalen Majors) empfehlen, sich
lieber eine „vernünftige Arbeit“ zu suchen. Zum Beispiel eine Currywurstbude zu
eröffnen. Man kann sich auch in die Tasche lügen und pseudoliberal verkünden,
es sei alles eine Frage des Marktes – wer Mist produziert, solle sich nicht wundern,
wenn niemand dafür bezahlen will. Ich halte solche Argumente (die Sie in Ihrem
Blog ebenfalls provozieren) für verlogen, denn wenn ich Ware kostenlos verteile,
setze ich die Gesetze des Marktes außer Kraft. Am Ende wird der Zusammenbruch
des Marktes stehen. Kann gut sein, dass wir das bald erleben werden. In diesem Zusammenhang empfehle ich die Lektüre der Diplomarbeit von Sebastian Haupt über
Rechtfertigungsstrategien von Filesharern, auszugsweise veröffentlicht in Musikwoche
33/2007 – oder hier erhältlich:
www.diplom.de/Diplomarbeit-10484/Musikkopisten
und ihre Neutralisationstechniken.
html. Spannend wäre aber auch eine Diskussion über die normative Kraft des Faktischen: Was tun, wenn sich immer mehr Bürger über gesetzliche Vorgaben einfach hinwegsetzen, weil sie über die Mittel dazu verfügen? Oder eine Diskussion
darüber, wie Kapitalströme im Interesse der Ertragsoptimierung der Investoren in
Geschäftsmodelle fließen, die sich über bestehende rechtliche Grenzen mit Hilfe
der IT-Technik hinwegsetzen. Mit anderen Worten: wie auf Kosten der Urheber, der
Schöpfer der Inhalte, an anderer Stelle Gewinn gemacht wird. Schließlich würde
mich noch eins interessieren: Ist Ihnen wirklich nicht aufgefallen, dass es sich bei
der Anzeige, über die Sie sich so echauffierten, nicht allein um eine Initiative der
Musikwirtschaft handelt? Auch der Börsenverein des deutschen Buchhandels hat
sich zum Beispiel an dieser Initiative beteiligt. ...Ich werde in den nächsten Wochen
jeweils ein Kapitel des bei Beck erschienenen und von Herrn Prof. Hoeren herausgegebenen Handbuchs „Wegerechte und
Telekommunikation“ scannen und als PDF ins Internet stellen ....
Was halten Sie davon? Was empfehlen Sie Ihrem Verlag?
im Dossier darf erwähnter Stefan Herwig von Dependent / Mindbase Music
Management sich noch äußern und tut dies in meinen augen nicht zwingend aber doch qualifizierter als der Musikwoche-Chef.

http://dependent.de/de/index_deutsch.php

Fazit: Eine Diskussion erkenne ich hier nicht. Die Probleme sind da, die einen beschweren sich öffentlichkeitswirksam und pauschal und nervig, ein anderer kontert - vielleicht nicht perfekt ausdifferenziert - und wird danach in bester hiphop-manier gedisst. Naja, eines der letzten dossiers der musikwoche ging ja wohl auch um dieses genre.
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Beitrag von Camelz » Do Mai 08, 2008 2:29 pm

hier noch das passende interview in der sueddeutschen mit dem münsteraner:

http://www.sueddeutsche.de/computer/artikel/842/173328/
es ist ein junge, frau hitler!

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Beitrag von matthias » So Mai 18, 2008 10:49 am

Redink-Newsletter hat geschrieben:Nach rund zweieinhalb Jahren, in denen wir euch Woche für Woche mit unserem Newsletter zu aktuellen Label- und Band-News auf dem Laufenden gehalten haben, müssen wir nun leider die News-Versorgung einstellen, da Red Ink zum 30. April geschlossen wurde.
Weiß hier jemand mehr?
Morgen breche ich aus, ganz bestimmt.

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Beitrag von Hydro Meteor » So Mai 18, 2008 5:07 pm

musikwoche hat geschrieben: Berlin, 15.05.08 / 13:28

Red Ink Berlin macht dicht

Red Ink, die von Matthias Lumm geleitete Berliner Indie-Zelle von Sony BMG, schließt. Lumm ist in das European-Marketing-Team gewechselt und soll von Berlin und London aus das europäisches Sony-BMG-Projekt Direct To Consumer (D2C) koordinieren.

"Nachdem sich in anderen Ländern die Integration der Red-Ink-Zellen als sehr erfolgreich erwiesen hat, gehen wir auch in Berlin diesen Schritt", erklärt Lumm. "Wir bündeln die Kompetenz und verzahnen die Acts enger mit unserem Haus."

Dietrich Pflüger, der bei Red Ink bislang die Bereiche Digital Business und Marketing betreute, wird zum 1. Juni als Online Marketing Manager bei Deutschrock anheuern. Mirko Seifert kümmert sich auch künftig um Sony-BMG-Communities wie Hardplace, allmybands.de. Juliane Bartsch und Carina Koch werden noch bis zum 30. Mai im Berliner Office zu erreichen sein, um das Label abzuwickeln.

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matthias
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Beitrag von matthias » So Mai 18, 2008 6:51 pm

Sehr interessant, danke.
Morgen breche ich aus, ganz bestimmt.

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Beitrag von Speedo » Fr Mai 30, 2008 5:04 am

Hö?

http://unterhaltung.t-online.de/c/15/17 ... 73162.html

Hm, also dasjuckt mich nun eher weniger..is aber lustig irgendwie...
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Beitrag von Hydro Meteor » Do Jul 31, 2008 2:13 pm

musikwoche hat geschrieben:
Berlin, 31.07.08 / 14:55 Unternehmen

Kool Savas löst Optik Records auf

Die Macher von Optik Records haben die Auflösung ihres Labels bekannt gegeben. Nach der für Januar 2009 geplanten Tournee von Label-Gründer Kool Savas will das Unternehmen seine Tätigkeit einstellen.

"Ich muss zugeben, dass sich meine Vorstellungen gemessen an den Erwartungen, die ich hatte, nicht vollends erfüllt haben", bekennt Kool Savas. "Optik war nie darauf ausgelegt, so schnell wie möglich die höchsten Gewinne einzufahren, sondern Rapdeutschland durch kreative, qualitative und interessante Releases zu bereichern. Allerdings ist es mittlerweile fast unmöglich geworden, durch Indie-Verkaufszahlen ein gesamtes Label am Laufen zu halten. Ich will nicht rumheulen, was illegale Downloads angerichtet haben, aber Fakt ist: wo nicht gekauft wird, kann auch nicht produziert werden."

Seit seiner Gründung 2002 hat das Label um Kool Savas immer wieder Akzente in der deutschen Rap-Szene gesorgt. Mit "Die John Bello Story" veröffentlichte Optik Records nach eigenen Angaben das mit über 60.000 abgesetzten Einheiten bestverkaufte Mixtape in Deutschland. Savas' Debütalbum "Der beste Tag meines Lebens" schaffte 2002 den Sprung auf Platz sechs der MusikWoche Top 100 Longplay.

Für September plant Optik mit "John Bello 2" die letzte Veröffentlichung. Neben Kool Savas beheimatete das Label über die Jahre unter anderem Künstler wie Eko Fresh, Caput, Melbeatz, Ercandize und Valezka.



Quelle: musikwoche.de
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Beitrag von matthias » Di Aug 05, 2008 2:06 pm

www.spiegel.de hat geschrieben:Bertelsmann trennt sich vom Musikgeschäft

Bertelsmann verabschiedet sich aus der kriselnden Musikbranche - und von Stars wie Justin Timberlake und Alicia Keys: Der Gütersloher Medienkonzern verkauft seine Anteile an der Plattenfirma Sony BMG. Die Japaner müssen nun alleine sehen, wie sie das Geschäft wieder in Schwung bringen.

Sony-BMG-Firmensitz (in München): Branche im Strukturwandel
Gütersloh - Der Ausstieg hatte sich bereits angekündigt: Der neue Bertelsmann-Vorstandschef Hartmut Ostrowski hatte den Musikbereich bei seinem Amtsantritt im Dezember 2007 als wachstumsschwach definiert und ihn zunächst einer Überprüfung unterzogen. Die scheint zu Ungunsten der Sparte ausgefallen zu sein.

Bertelsmanns 50-Prozent-Anteil an dem 2004 gegründeten Joint-Venture Sony BMG, dem weltweit zweitgrößten Musikunternehmen, würden an Sony Chart zeigen verkauft, teilten beide Unternehmen am heutigen Dienstag mit. Das Unternehmen mit Sitz in New York werde künftig unter dem Namen Sony Music Entertainment Inc. firmieren. In unternehmensnahen Kreisen war die Rede von einem Transaktionsvolumen von rund 1,5 Milliarden Dollar.

Damit verabschiedet sich Bertelsmann aus einem schwierigen Geschäft. Das vom früheren Bertelsmann-Manager Rolf Schmidt-Holtz geführte Joint Venture Sony BMG hatte nach Sony-Angaben im ersten Halbjahr 2008 erneut Umsatzrückgänge hinnehmen müssen.

Die gesamte Musikbranche unterliegt seit langer Zeit einem Strukturwandel. Der Verkauf von CDs und DVDs verliert stetig an Marktanteilen. Vergangenes Jahr brach der globale Musikabsatz um sechs Prozent ein. Insgesamt setzt die Branche noch 29,9 Milliarden Dollar um. 2000 waren es noch rund 40 Milliarden.

Bereits vor zwei Jahren hatte Bertelsmann mit seinem Rückzug aus dem Musikgeschäft begonnen. Damals hatte sich der Konzern von seinem Musikverlag BMG Music Publishing getrennt.
Morgen breche ich aus, ganz bestimmt.

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Carsten R.
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Beitrag von Carsten R. » Do Okt 30, 2008 8:50 am

Sony BMG: Quartalsverlust von minus elf Prozent

New York/Tokio – Das am 30. September beendeten Quartal schloss Sony BMG mit einem Nettoverlust von 57 Millionen US-Dollar ab. Das Unternehmen erwirtschaftete statt 851 Millionen Dollar wie im Vorjahreszeitraum nur noch 762 Millionen Dollar. Dies entspricht einem Umsatzminus von elf Prozent.

Sony BMG begründet diese Einbußen zum einen mit dem weltweiten Rückgang im Segment physischer Tonträger, zum anderen mit den anhaltenden Kosten bei den Restrukturierungsmaßnahmen.

Zu den Bestsellern im abgelaufenen Quartal zählen die Acts Kings Of Leon ("Only By Night"), AC/DC ("No Bull") und Paul Potts ("One Chance"). Für das letzte Drittel des Jahres sieht es angesichts der aktuellen Veröffentlichungen von beispielsweise AC/DC ("Black Ice"), Pink ("Funhouse"), Britney Spears ("Circus") und Dido ("Safe Trip Home") etwas freundlicher für das Unternehmen, das dann unter Sony Music Entertainment firmiert, aus.
quelle: musikmarkt..de

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Klaus
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Beitrag von Klaus » Fr Feb 05, 2010 5:49 pm


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