Underage

Eine Liebe zur Musik, eine Liebe zu den Tönen

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Ben K.
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Underage

Beitrag von Ben K. » Fr Jun 27, 2008 9:20 pm

Gerade eben kam auf ARTE ein hochinteressanter Artikel über den neuen Underage Trend in der Indie Szene. Die Musiker werden immer jünger und es gibt sogar schon Clubs, die nur Leute unter 18 Jahre reinlassen (auch in Hamburg bereits).

Zwei Beispiele:

Aus Brooklyn kommen Tiny Masters Of Today, 12 und 14 Jahre alt. Auf ihrem kommenden Debütalbum unter anderem als Gäste: Karen O und Kimya Dawson. David Bowie ist schon Fan.
www.myspace.com/tinymasters

Man muss aber gar nicht so weit fahren. Aus Viersen kommen Beat! Beat! Beat! und die klingen nicht sonderlich weit von den Foals entfernt.
http://www.myspace.com/beatbeatbeatband


Was haltet ihr von diesem Trend?
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Pennywise
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Beitrag von Pennywise » Sa Jun 28, 2008 9:19 am

Insgesamt ist das eine gute Sache.
Man Stelle sich vor, die heranwachsende Generation würde sich nur mit Schnuffel und Co beschäftigen. Durch das geringe alter der Musiker fällt die Identifikation deutlich leichter, das maximale Alter in den Clubs ebenso.
Der Sampler Songs for the Young at Heart (und einige Andere, wurden auch in einem ME Bericht Mitte letzten Jahres zusammen gefasst) hatte den selben Hintergrund, bzw das gleiche Zielpublikum, auch wenn die Musiker dort etwas älter und bekannter warten.

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Beitrag von Ben K. » Sa Jun 28, 2008 9:34 am

Ich finde das auch gut muss ich sagen.
Es war in dem Bericht schon sehr niedlich anzuschauen, wie die ganzen 13- 16jährigen sich total auf 4 Stunden Indieparty gefreut haben (Beginn: 17 Uhr nachmittags!). Diese Zielgruppe wird auch tatsächlich etwas ausgegrenzt. Für Diskos sind sie zu jung und bei Konzerten sehen sie so gut wie nichts. Definitiv eine gute Sache.
Muss auch wirklich gestehen, dass ich "You´re Designer" von genannten Beat! Beat! Beat! ziemlich großartig finde. Vielleicht werden durch solche Bands endlich diese überall zu hörenden Skatepunk und Nu Metal Gruppen, die es auf jedem Newcomer Konzert zu hören gibt, abgelöst.
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Beitrag von JCM » Sa Jun 28, 2008 11:01 am

Hauptsache, die Kids beschäftigen sich überhaupt früh mit "ehrlicher" Musik, ob das nun Indie oder Skatepunk ist, find ich erstmal zweitrangig.
But before you take this song as truth
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Beitrag von Ben K. » Sa Jun 28, 2008 11:20 am

Ich wollte damit ja auch nur folgendes sagen:
Zumindest hier in Freiburg, wo jedes We irgendwo ein Newcomerwettbewerb stattfindet, klingen wirklich JEDES Mal alle Bands nahezu gleich. Die Einen wollen wie Bad Religion klingen und die anderen wie Linkin Park. Es ist einfach nur noch ärgerlich.
Was für eine Wohltat es mal wäre, wenn so eine Indieband sich mal hier gründen würde.
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Beitrag von matthias » Sa Jun 28, 2008 12:15 pm

wenn man unter "underage" die möglichkeit versteht, konzerte und veranstaltungen für ein sonst ausgeschlossenes, weil zu junges, publikum zu schaffen, dann kann ich das nur für gut befinden, egal was am ende für musik rauskommt. ebenso würde ich dem zustimmen, dass das unmittelbar für die musikszene und für die gesellschaft positive nebeneffekte hat. die meisten kinder werden musikalisch durch eltern oder - noch schlimmer - massenmedien geprägt. da greift jetzt seit einigen jahren das internet dazwischen, aber man braucht zu dieser virtuellen welt einen realen gegenpart.
ich sehe eigentlich auch nichts, was dagegen spricht. wenn man dann sowas anführt wie "die jugend macht sich die ohren kaputt" sind das für mich allenfalls umsetzungsfehler.
Morgen breche ich aus, ganz bestimmt.

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Beitrag von Hydro Meteor » So Jun 29, 2008 12:44 pm

mancher der sich das line-up des/der uk-underage-festival(s) anschaut, dürfte sich ärgern, dass er nicht mehr hin darf :wink:
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Beitrag von bitterschokolade » Mo Jun 30, 2008 11:46 am

irgendwie hab ich keine ahnung, ob ich diesen "trend" richtig gut oder richtig scheiße finden soll.

edit:
noch son beispiel: http://www.myspace.com/dadajugend
Zuletzt geändert von bitterschokolade am Mo Jun 30, 2008 11:55 am, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Hydro Meteor » Mo Jun 30, 2008 11:53 am

bei dem tracks-bericht hatte ich auf jeden fall das gefühl eine klonarmee feiern zu sehen :lol: :wink:
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Beitrag von bitterschokolade » Mo Jun 30, 2008 12:06 pm

ja, ganz genau das mein ich!
ist doch scheißegal, ob die kiddies die musik ihrer eltern, britney spears oder babyshambles und konsorten hören, das wird erstmal alles als saucool empfunden und nachgemacht. deswegen verstehe ich auch einmal dieses argument nicht:
Man Stelle sich vor, die heranwachsende Generation würde sich nur mit Schnuffel und Co beschäftigen. Durch das geringe alter der Musiker fällt die Identifikation deutlich leichter, das maximale Alter in den Clubs ebenso.
was ist denn so falsch daran, sich mit 12,13,14 mit "schnuffel und co" zu beschöäftigen? hab ich auch gemacht, mir hat das in keinster weise geschadet (glaube ich zumindest nicht) und hey, auch ich habe den weg zur "guten musik" gefunden.
und das mit dem maximalen alter in den clubs raff ich grad nicht, das müsstest du mir mal erklären.

und das andere was ich auch nicht so ganz nachvollziehen kann:
Hauptsache, die Kids beschäftigen sich überhaupt früh mit "ehrlicher" Musik, ob das nun Indie oder Skatepunk ist, find ich erstmal zweitrangig.
ich finde, man sollte als kind mal in erster linie die musik hören, die einem gefällt. über die begriffe "ehrlich" und "unehrlich" macht man sich noch früh genug gedanken. ich finds vollkommen in ordnung, wenn jemand mit 14 boybands hört.
Wer in der Scheiße steckt sollte sich lieber an den Geruch gewöhnen.

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Beitrag von JCM » Mo Jun 30, 2008 12:17 pm

Solang sie den Absprung schaffen, klar :)
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Beitrag von bitterschokolade » Do Jul 03, 2008 11:11 am

übrigens hab ich gestern zum ersten mal seit sehr langer zeit wieder mtviva-werbung gesehen und ich möchte mich von meiner aussage distanzieren, dass ich mich mit 12,13,14 mit "schnuffel und co" beschäftigt hätte.
ich hatte keine ahnung, wer oder was "schnuffel" ist. ich dachte in dem zusammenhang, das wär der überbegriff für niedliche, harmlose, rosa teeniedinger (also von backstreet boys bis diddl maus, so in dem rahmen). dass das wieder so ein behindertes jamba-viech ist war mir nicht bewusst...
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Beitrag von matthias » Do Jul 03, 2008 7:19 pm

bitterschokolade hat geschrieben:was ist denn so falsch daran, sich mit 12,13,14 mit "schnuffel und co" zu beschöäftigen?
nichts.
bitterschokolade hat geschrieben:ich finde, man sollte als kind mal in erster linie die musik hören, die einem gefällt. über die begriffe "ehrlich" und "unehrlich" macht man sich noch früh genug gedanken. ich finds vollkommen in ordnung, wenn jemand mit 14 boybands hört.
ja.

deinen aussagen stimme ich vollkommen zu. trotzdem sind das keine argumente gegen "underage". natürlich ist nichts schlimmes dabei, wenn man beschissene musik hört. weder als kind noch als erwachsener. aber die frage ist trotzdem, was man den kindern eigentlich vorsetzt. da finde ich es ganz schön, wenn es eine bewegung gibt, die über das übliche gedudel hinausgeht. das ist nicht mehr als das schaffen einer zusätzlichen möglichkeit. wer lieber schnuffel hört, soll und wird das tun, aber ich wäre froh gewesen, hätte es die möglichkeit auf konzerte zu gehen in meiner jugend gegeben.


("beschissen" natürlich im sinne von "in meinen augen beschissen")
Morgen breche ich aus, ganz bestimmt.

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Beitrag von bitterschokolade » Do Jul 03, 2008 9:16 pm

ich bin ja auch nicht gegen "underage". (wobei ich diesen begriff schon arg bekackt-szenig finde)
ich finds nur schade, dass man da gleich wieder eine eigene "bewegung" draus machen muss, von der ja wieder nur eine bestimmte zielgruppe angesprochen wird. diese "parties nur bis 18", das will nicht in meinen kopf rein. da grenzen sich die volljährigen von den kindern ab und die kinder machens dann aber nicht anders und grenzen sich von den volljährigen ab. wo ist denn da der sinn? ich meine, man könnte daraus ja auch einfach eine offene veranstaltung machen, bei der kein alkohol ausgeschenkt wird (ich denk mal, dass diese altersgrenze auch deswegen da ist) und dann feiern alle indie-fans zusammen ein großes fest.
so denk ich mir das in meiner hippiesk-blumigen vorstellung.
und ansonsten, klar bin ich dafür kindern (oder auch teenies, jaja) die möglichkeit zu geben, sich a) über diese musik zu informieren sie b) zu hören und c) live zu hören.
wobei zumindest die ersten beiden punkte bis jetzt auch kein allzu großes problem gewesen sein dürften.
und ernsthaft, diese kids hören doch die musik zu ganz großen teilen auch deswegen, WEIL das eben sonst keiner oder nur sehr wenige ihrer altersgenossen tut und WEIL man sich deswegen so toll erwachsen vorkommt.

aber bla, meine argumentation lässt gerade arg zu wünschen übrig. das kommt dabei rum, wenn man den ganzen tag java-scripte liest und physik formeln paukt. sorry.
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Beitrag von Speedo » Do Jul 03, 2008 9:25 pm

Sobald das nicht kommerziell ausgeschlachtet wird, ist das ne tolle sache, aber ich befürchte, wenn es schon so nen hippen Namen wie Underage dafür gibt, dann wird die nächste Trend-Mode-Kollektion nicht darauf warten lassen...lasst die Kids doch einfach spielen....ob musikalische Relevanz dabei rauskommt bei den ganzen Bands, bleibt abzuwarten...ich erinnere da nur an diese M-bob-Hanson-Dingens da....mal abwarten, ich hoffe nur das wird jetzt nicht gehypt und geht mir bald auf den Sack...soll schön alles im Untergrund passieren....
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