Die Verkaufs- bzw. Umsatz-Charts // Das namenlose Grauen

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Hydro Meteor
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Beitrag von Hydro Meteor » Di Dez 16, 2008 4:01 pm

media-control.de hat geschrieben:„Supertalent“ Michael Hirte stürmt auf Platz eins der Album-Charts



16.12.2008



Michael Hirte gewann Ende November die RTL-Castingshow „Das Supertalent“. Jetzt ist er auch in den Charts auf der Überholspur: Sein Debüt-Album „Der Mann mit der Mundharmonika“ stürmt sofort an die Spitze der Album-Charts. Der 44-Jährige verdrängt Herbert Grönemeyers Best-of-CD „Was muss muss“ auf den zweiten Platz. In die media control Single-Charts zieht Hirte mit „Ave Maria“ auf Rang 42 ein.

Im CD-Ranking folgen die nächsten Neulinge auf den Positionen 25 und 26: Aggro Berlin machen die „Aggro Ansage Nr. 8“ und verweisen das „Wunschkonzert“ von Westernhagen hinter sich.

AC/DC rutschen mit „Black Ice“ vom Silber- auf den Bronzerang und Pinks „Funhouse“ weicht von der dritten auf die vierte Position zurück. Paul Potts nutzt weiter seine „One Chance“. Der britische Castingstar klettert von der Sieben auf die Fünf.

Ich + Ich schieben sich mit „Vom selben Stern“ von Rang 15 auf sieben. Fast 20 Positionen geht es für Udo Lindenberg nach vorne: „Stark wie zwei“ prescht von 27 auf acht. Dagegen verabschieden sich Die Toten Hosen „In aller Stille“ vom vierten auf den neunten Platz.

In den Single-Charts verdrängt sich Pink selbst. Ihr neuer Song „Sober“, der auf Position drei einsteigt, übernimmt den Platz von „So What“. Die Single reiht sich auf dem siebten Platz ein. Rosenstolz starten mit „Wie weit ist vorbei“ auf Rang acht.

Katy Perry („Hot N Cold“) behauptet den Platz an der Sonne vor der Dresdner Band Polarkreis 18 („Allein Allein“). Die Plätze vier und fünf gehen an „This Is The Life“ von Amy Macdonald und „Das Schäferlied“ von Schäfer Heinrich.
media-control.de hat geschrieben:

16.12.2008



„Apologize“ ist der Hit des Jahres 2008. Timbaland und One Republic setzten sich im Duell um die Krone gegen Leona Lewis durch. Die Sängerin belegt in den media control Jahrescharts mit ihrer Single „Bleeding Love“ den zweiten Rang. Das Treppchen komplettiert „All Summer Long“ von Kid Rock, wie media control mitteilt.

Schnuffel, der animierte Comic-Hase, liegt mit seinem „Kuschel Song“ auf Platz vier. Dahinter rangiert Katy Perrys Nummer-eins-Hit „I Kissed A Girl“. Für das Berliner Duo Ich + Ich springt mit „So soll es bleiben“ in der Endabrechnung der siebte Platz heraus. „4 Minutes“ von Madonna schafft es auf Rang neun ebenfalls unter die besten Zehn Songs des Jahres.

In den Album-Jahrescharts stellt Amy Winehouse die gesamte Konkurrenz in den Schatten: Sie belegt mit „Back To Black“ Platz eins der Jahreswertung. „Vom selben Stern“ von Ich + Ich holt Silber. Bronze geht an den britischen Castingstar Paul Potts, der seine „One Chance“ zu nutzen versteht.

Den vierten Rang schnappen sich Die Ärzte mit „Jazz ist anders“. Panik-Rocker Udo Lindenberg sichert sich mit seiner Comeback-LP „Stark wie zwei“ Position fünf. Freunde der härteren Gangart kommen dank „Black Ice“ von AC/DC und Metallicas „Death Magnetic“ auf den Plätzen sieben und neun auf ihre Kosten.
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Beitrag von Ben K. » Di Dez 16, 2008 4:05 pm

Mich würde wirklich mal interessieren, wer diese Leute sind, die sich solchen absoluten Rotz wie dieser Hirte oder Schnuffel kaufen? Ich kenne niemanden, der sowas macht.
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Beitrag von Pennywise » Di Dez 16, 2008 4:15 pm

Ben K. hat geschrieben:Mich würde wirklich mal interessieren, wer diese Leute sind, die sich solchen absoluten Rotz wie dieser Hirte oder Schnuffel kaufen? Ich kenne niemanden, der sowas macht.
Da muss man doch irgendwie nicht mehr ganz dicht sein.
ich würde mal sagen für schnuffels-zielgruppe bist du eindeutig zu alt ;)

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JCM
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Beitrag von JCM » Di Dez 16, 2008 7:41 pm

Meine Eltern finden Hirte laut Aussage meiner Schwester toll. Wollte Muttern daher Freitag die CD zu Weihnachten kaufen, die war im Hamburger Saturn ausverkauft...
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Beitrag von deg » Di Dez 16, 2008 8:33 pm

ich hab den ersten auftritt von michael hirte zufälligerweise im fernsehen mitbekommen und muss sagen dass mich sein 'ave mariia' wirklich sehr beeindruckt hat. mit seiner vorgeschichte (lkw-unfall, schwere körperliche einschränkung als folge, dann hartz IV und schließlich straßenmusikant) gönn ichs ihm auch. wies mit seinem album ausschaut kann und will ich eigentlich gar nicht beurteilen. nicht meine welt sowas 8)

habe auch mit dem gedanken gespielt die cd meinen eltern untern weihnachtsbaum zu legen, doch die wahl ist auf die aktuelle udo lindenberg gefallen! die wahl der alljährlichen weihnachts-cd ist immer sorgfältig zu treffen, da diese platte dann mindestens das nächste halbe jahr rauf und runter im wohnzimmer läuft, sofern ich den geschmack richtig treffe.

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Beitrag von stiller » Di Dez 16, 2008 11:38 pm

Hirte ist schon in Ordnung. Überlege auch meinem Vater die CD zu kaufen, er mag Mundharmonika-Musik. Sicher ist es bissl aufgebauscht und, wie die Tourplakate schreien, ein Weihnachtsmärchen, von der Industrie inszeniert, aber ich glaub, dem Kerl tuts mal ganz gut. Und mit Schnuffel in eine Schublade stecken, das wäre schon zu hart.

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Hydro Meteor
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Beitrag von Hydro Meteor » Mi Dez 17, 2008 9:07 am

apropos schnuffel von oben. es begab sich im saturn zu kassel, dass vor mir eine dame tatsächlich das schnuffel-album (!) kaufte - irgendwann im sommer. ich fürchte, sie kaufte es nicht für ihre kleine tochter oder enkelin. vielmehr fürchte ich gibt es eine bestimmte käufergruppe über verschiedene altersklassen verteilt, die das tatsächlich schnuffelig finden. auch diddl ist - oder war - ja kein reines kinder-phänomen.
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Carsten R.
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Beitrag von Carsten R. » Mi Dez 17, 2008 10:52 am

Ja, da treffen leider wirklich jede Klischees zu: Sekretärinnen, Praxishelferinnen und Hausfrauen sind eine Macht am schrumpfenden Plattenmarkt, denn (Obacht, schon wieder Klischee) die verstehen halt auch immer noch nix von Computern und Downloaden. Und während der Mann sich das neue AC/DC-Album runterlädt und dann halt 100 Tacken für eine Konzertkarte hinlegt, kaufen sie eben wirklich noch CDs. Nur so ist ja auch zu erklären warum Paul Potts und Ich&Ich sogar vor den Ärzten liegen.

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Beitrag von Ben K. » Mi Dez 17, 2008 11:08 am

Ben K. hat geschrieben:Mich würde wirklich mal interessieren, wer diese Leute sind, die sich solchen absoluten Rotz wie dieser Hirte oder Schnuffel kaufen? Ich kenne niemanden, der sowas macht.
Da muss man doch irgendwie nicht mehr ganz dicht sein.
:lol:
Ich meinte übrigens nicht diesen Michael Hirte, sondern diesen Schafshirten aus Bauer sucht Frau!
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Seppster
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Beitrag von Seppster » Mi Dez 17, 2008 7:26 pm

Carsten R. hat geschrieben:Ja, da treffen leider wirklich jede Klischees zu: Sekretärinnen, Praxishelferinnen und Hausfrauen sind eine Macht am schrumpfenden Plattenmarkt, denn (Obacht, schon wieder Klischee) die verstehen halt auch immer noch nix von Computern und Downloaden. Und während der Mann sich das neue AC/DC-Album runterlädt und dann halt 100 Tacken für eine Konzertkarte hinlegt, kaufen sie eben wirklich noch CDs. Nur so ist ja auch zu erklären warum Paul Potts und Ich&Ich sogar vor den Ärzten liegen.
Jetzt werd mal nicht sexistisch. :wink:
Ich bin mir sicher dass es auch genug männliche Deppen gibt die das kaufen.

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Beitrag von JCM » Do Dez 18, 2008 7:47 am

Schnuffel? Da wird die Geschlechtsverteilung aber schon recht eindeutig sein, vermute ich ;)
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Beitrag von Katy Bundy » Do Dez 18, 2008 9:07 am

immer diese dummen frauen...können nicht mit PCs umgehen und geschmack haben sie auch keinen :roll:

ich kaufe übrigens auch lieber CDs als mir Alben runterzuladen.ich finde das einfach schöner.

so,und jetzt gehe ich putzen und kochen damit mein mann es schön hat wenn er nach hause kommt :lol:
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Beitrag von Camelz » Do Dez 18, 2008 1:48 pm

hat der hirte das album eigentlich schon aufgenommen bevor der supertalent geworden ist? sowas ist ja in der regel ein prozess..
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Beitrag von Camelz » Mi Jan 07, 2009 3:27 pm

remix der top 25 billboard charts in einem song:

http://www.taz.de/1/leben/internet/arti ... ine-sosse/
es ist ein junge, frau hitler!

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Beitrag von Hydro Meteor » Di Jan 20, 2009 9:58 am

musikwoche.de hat geschrieben:

Berlin, 19.01.09 / 19:31 Unternehmen

Klaus Koch kritisiert Chartsregularien


In den MusikWoche Top 100 Longplay stieg das bei Buschfunk erschienene neue Album der Puhdys, "Abenteuer Puhdys - Das Jubiläumsalbum", letzte Woche neu auf Platz 46 ein. Klaus Koch, Inhaber von Buschfunk, kann sich darüber indes nicht recht freuen, da die Ostrockinstitution aufgrund der Auswertungspraxis "schlecht weggekommen" sei. Nach Erkenntnissen des Labels und Vertriebs seien rund 12.000 Alben in der Startwoche verkauft worden. "Selbst wenn es nur 8000 gewesen sein sollten, ist es unmöglich, damit in der ersten Januarwoche nur auf Platz 46 zu sein. In den Verkaufscharts von Media Markt sind wir bis auf Platz 13 gekommen", unterstreicht Koch.

Der Buschfunk-Chef kritisiert die Regelung, wonach überproportional hohe Verkaufsanteile bei einzelnen Handelsanbietern aufgrund von Gewichtungs- und Anpassungsmaßnahmen aus der Wertung für die Chartsplatzierung fallen: "Wenn ich qualitativ mehr Tonträger über den Media Markt verkaufe, als dessen Marktanteil gewichtet wird, dann wird mir das weggestrichen. Und das geht nicht", so Koch. Auch den Künstlern sei dies nicht zu erklären.

"Das Mischen und Relativieren führt zu Schieflagen und mindert den Wert und das Ansehen der Charts erheblich", so sein Fazit. Die Charts liefen "Gefahr, nicht mehr als der wichtige Gradmesser anerkannt zu werden". Er plädiert dafür, dass allein die absoluten Verkäufe für die Chartsermittlung zählen dürften. "Sonst haben wir ein Verhältniswahlrecht, und die Lobbyisten entscheiden", bekräftigt der Buschfunk-Inhaber. "Entweder sind es Verkaufscharts, oder es sind keine Verkaufscharts. Dann soll man das aber auch sagen", so Koch.

Es dürfe für die Charts-Platzierung kein Nachteil entstehen, wenn wie im Fall der Puhdys ein Album nicht als Download erhältlich sei und nicht bei Handelsketten, "die gar nicht in der Lage sind, ein breiteres Sortiment abzudecken, weil sie gar nicht mehr die Verkaufsflächen haben".

Johann-Friedrich Brockdorff, Leiter des Referats Wirtschaft beim Bundesverband Musikindustrie, betont indes im Gespräch mit MusikWoche, dass die Gewichtungsregelungen bei der Chartsermittlung der Erhöhung der Repräsentativität dienten. "Wir wollen kein Abbild von einzelnen Verkaufsaktionen geben, sondern das ganze Bundesgebiet und so viele Händler wie möglich abdecken. Das erreichen wir anhand eines ganz normalen statistischen Verfahrens, das eine Objektivität und Vergleichbarkeit schafft", betont Brockdorff. Um die gewünschte Repräsentativität zu gewährleisten und "zur Vermeidung von unangemessenen Beeinflussungen" müsse ein Titel mindestens in drei verschiedenen definierten Händlergruppen erhältlich sein, um überhaupt in die Charts gelangen zu können.

Quelle: musikwoche.de
Irgendwie haben beide Recht, was im Fazit heißt, dass die Chartspraxis bullshit ist. wie machen billboard und das uk das?
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