Insolvenz von Plattenfirmen // Krise der Musikindustrie

Eine Liebe zur Musik, eine Liebe zu den Tönen

Moderatoren: Hydro Meteor, Ben K., matthias

Benutzeravatar
Hydro Meteor
Redaktion
Beiträge: 10699
Registriert: Mo Mär 06, 2006 7:49 pm
Wohnort: HHH
Kontaktdaten:

Beitrag von Hydro Meteor » So Mär 07, 2010 2:41 pm

1. stieß auch mir tasches posting übel auf
2. bin ich da bei klaus


zudem zeigen vor allem die techno- und electroniclabel, dass man sich die technologie zu nutze machen kann. wobei mir natürlich bewusst ist, dass dort auf der produktionsseite andere kostenkalkulationen existieren als im - ich sag mal - "band"-labelling :wink:
musik und der rest - zum lesen - unter www

Speedo
Beiträge: 5556
Registriert: Mo Jun 13, 2005 5:46 pm
Wohnort: Irgendwo an der Schweizer Grenze

Beitrag von Speedo » So Mär 07, 2010 6:12 pm

Klaus hat geschrieben:
"Musik ist beliebig geworden", weiß Buskies längst. "Es gibt bei illegalen Downloadern kein Unrechtsbewusstsein und daran geht am Ende eine Firma wie Louisville zugrunde."
Immer das gleiche :roll:
Ja, aber korrekt...ändert sich ja nichts...wenn man nicht mehr bereit ist, Geld für Musik auszugeben sondern lieber klaut kommts halt so weit...

quote="Klaus"] Da jetzt Downloads hinterherzujammern, von denen kaum jemand das Album gekauft hätte, ist einfach mal abwälzen der Schuld auf den bösen unbekannten Internetnutzer.[/quote]

Öhm, woher willst du das wissen? Als es noch keine Downloads gab, haben sich viele Platten gekauft, oftmals nur wegen einem einzigen Lied...wie hätte man auch sonst an ein Lied kommen sollen? Dass die Plattenfirmen eine technische Entwicklung verschlafen haben ist richtig nur trifft es die falschen, nämlich Labelmacher mit Herzblut und schlussendlich den Konsumenten...weil dadurch die Breite der Musiklandschaft immer mehr abnimmt...und da in Zukunft die Bands ihr Geld nur noch durch Auftritte verdienen können ist anzunehmen, dass die Ticket-Preise ins Unermessliche steigen werden...

Benutzeravatar
Hydro Meteor
Redaktion
Beiträge: 10699
Registriert: Mo Mär 06, 2006 7:49 pm
Wohnort: HHH
Kontaktdaten:

Beitrag von Hydro Meteor » So Mär 07, 2010 7:14 pm

ich denke schon, dass klaus damit recht hat. das mit dem einen lied halte ich dagegen für nicht wirklich so relevant. es gab immer noch die möglichkeit der "radio-auf-kassette-aufnahme" :lol:

besonders wenig relevanz dürfte das argument aber im bezug auf die kleinen labels haben.

genausowenig oder -viel relevant ist die frage, ob heute nicht mehr musik publiziert wird und - dank netz - die aufmerksamkeit bekommt.

in dem zusammenhang stellt sich auch die frage, ob nicht einfach zwischenzeitlich - also nach den 80ern - die kalkulationen einfach unrealistisch wurden. also vergleich 60er zu 80er zu 00er. falls klar ist, was gemeint ist?

gibt es eigentlich wirklich objektive(!) untersuchungen zu download- vs. kauf-verhalten auf deutschland bezogen?
musik und der rest - zum lesen - unter www

Speedo
Beiträge: 5556
Registriert: Mo Jun 13, 2005 5:46 pm
Wohnort: Irgendwo an der Schweizer Grenze

Beitrag von Speedo » So Mär 07, 2010 7:56 pm

Zu Download-/Kaufverhalten: Da kann man nurmal in den Bekanntenkreis schauen..wer kauft heutzutage noch Musik? Das Schlimme: Die meisten könnten es sich leisten, massig an Platten zu kaufen, tun es aber bewusst nicht, weil es natürlich billiger ist, sich die Lieder herunterzuladen...das argument, dass man manches Album sich gar nicht gekauft hätte halte ich für vorgeschoben, kann man ja immer behaupten, um sich ein reines Gewissen zu verschaffen (man kann auch in nen Laden gehen und sich die Platte auch anhören, aber das ist ja zu anstrengend...und außerdem: auch wenn man es sich nicht gekauft hätte, ist der download so oder so illegal)...es ist nunmal Diebstahl und das schadet der Wirtschaft und damit Labels und Musikern...egal ob man in einen Laden geht und sich ne CD klaut oder bequem von zuhause aus Lieder runterlädt...der böse unbekannte Internetnutzer schiebt nur die Schuld nur von sich, dabei, wenn er ehrlich zu sich ist, weiß er, dass er unrecht handelt...
Bild
1990 - 2005 R.I.P.
Long live the dead!!!

Benutzeravatar
matthias
Redaktion
Beiträge: 11600
Registriert: Di Aug 21, 2007 9:08 am
Wohnort: Hamburg
Kontaktdaten:

Beitrag von matthias » So Mär 07, 2010 9:05 pm

Klaus hat Recht, indem was er sagt (bzgl Labels könnten andere Wege einschlagen, Ausfälle kompensieren etc... , haben alles verschlafen), aber er hat nicht Recht, wenn er behauptet, durch das von ihm geschilderte Verhalten entstünden bei den Labels keine Einnahmeausfälle. Ja, manche der Leute kaufen CDs, nachdem sie sich illegal besorgt und sie für gut befunden haben und, ja, viele Bands können den Rückgang der Verkaufszahlen durch das Livegeschäft oder anderes kompensieren, aber das ändert doch nichts an der getätigten Aussage, dass die Umsätze zurückgehen, weil kein Unrechtsbewusstsein vorhanden ist. GENAU DAS strahlt dein Posting doch in jeder Silbe aus, Klaus. Du setzt den Diebstahl in deiner kompletten Argumentation als gegeben und ok voraus.
Morgen breche ich aus, ganz bestimmt.

Benutzeravatar
Klaus
Redaktion
Beiträge: 4016
Registriert: Mi Jan 09, 2008 10:25 am
Wohnort: Potsdam

Beitrag von Klaus » So Mär 07, 2010 10:04 pm

Falsch Matthias, du irrst.
wenn er behauptet, durch das von ihm geschilderte Verhalten entstünden bei den Labels keine Einnahmeausfälle
Das zum Beispiel habe ich nie behauptet. Ich habe sogar vom Gegenteil gesprochen. Es ist aber meiner Meinung nach so, dass dies nicht der Hauptfaktor des Ruins von Plattenfirmen ist, wie eingangs behauptet wurde, sondern nur einer von vielen.
....aber das ändert doch nichts an der getätigten Aussage, dass die Umsätze zurückgehen, weil kein Unrechtsbewusstsein vorhanden ist. GENAU DAS strahlt dein Posting doch in jeder Silbe aus, Klaus. Du setzt den Diebstahl in deiner kompletten Argumentation als gegeben und ok voraus.
Auch das ist falsch. Ich hab 3 Fälle beschrieben, wie sich illegale Donwloads abspielen können. 2 dieser 3 halte ich für ebenso wenig tragbar, wie (wahrscheinlich du). Lediglich einer der von mir beschriebenen Fälle ist ein meinen Augen legitim, da er dafür sorgt, dass das Label mehr Einnahmen hat als vorher. Beziehungsweise: Die Aussage Unrechtsbewusstsein -> Umsätze würde ich auch so nicht tätigen - weil das in meinen Augen Äpfel und Birnen sind.

Benutzeravatar
matthias
Redaktion
Beiträge: 11600
Registriert: Di Aug 21, 2007 9:08 am
Wohnort: Hamburg
Kontaktdaten:

Beitrag von matthias » Mo Mär 08, 2010 9:26 am

Das zum Beispiel habe ich nie behauptet. Ich habe sogar vom Gegenteil gesprochen.
Also dass durch das Downloaden Einnahmeausfälle entstehen? Dann sind wir ja einer Meinung.
Lediglich einer der von mir beschriebenen Fälle ist ein meinen Augen legitim, da er dafür sorgt, dass das Label mehr Einnahmen hat als vorher.
Genau auch aus so einem Satz platzt das fehlende Unrechtsbewusstsein doch nur so hervor. Wenn ich eine Sache stehle und dann behaupte, der Geschädigte bekäme das Geld auf irgendeine andere Weise (durch Konzerte und die x%, die das Album kaufen und es nicht gekauft hätten, hätten sie es vorher nicht gestohlen), dann ist das keine Argumentation, sondern eine schlichte Behauptung - und so eine Behauptung hat meiner Meinung nur überhaupt einen Sinn, wenn du sie irgendwie mit Zahlen belegen kannst (oder jemand sie mit Zahlen belegen kann - siehe Olivers Ruf nach einer Untersuchung), alles andere ist Wahrsagerei und daher mMn Unfug.

Ich frage mich vor allem, welchen Teil der Aussage du angreifst. Behauptest du, dass es das Unrechtsbewusstsein gibt oder behauptest du, dass dadurch keine Einnahmeausfälle bestehen? Wie ich das sehe behauptest du weder das eine noch das andere und trotzdem argumentierst du dagegen, und das verstehe ich nicht.

Natürlich gibt es Möglichkeiten, die Einnahmeausfälle aufzufangen und Herr Buskies weiß das sehr gut (noch geht er gegen illegale Downloads vor oder zieht der quer durch die Lande, um diese Geschichte zu erzählen; er sagt das nur, wenn er danach gefragt, wieso seiner Meinung nach viele Labels pleite gehen). Nur deswegen gibt's die Labels noch, die es noch gibt - weil sie früher als andere angefangen haben, sich die Einnahmen auf andere Art und Weise zu holen UND schlicht und einfach weniger Geld auszugeben (für Bands und den ganzen Rest).
Morgen breche ich aus, ganz bestimmt.

Danger_Dustin
Beiträge: 671
Registriert: Mo Dez 24, 2007 7:42 am
Wohnort: Phnom Penh

Beitrag von Danger_Dustin » Mo Mär 08, 2010 9:48 am

korrekt. er behauptet das. genauso dreist find ich aber die Behauptungen bzw. Pseudogleichungen a la "illegale downloads = wirtschaftlicher Verlust des Labels/Künsters" im Verhältnis 1zu1.
ich kann jedenfalls verstehen warum Leute das Geld in Konzerte investieren (und ich kenne jede Menge die sich sonst entscheiden müssten "Konzertkarte oder mal wieder ne Platte für 16 Euro") bzw. wenn Leute sagen wir mal den Chili Peppers keine best of Platten abkaufen (ich erinnere mich da an RaR, das fordern von Bergquellwasser hinter der Bühne und ca. 1 Mio Euro Gage) und stattdessen Platten aus dem Eigenvertrieb von jungen Bands bestellen.

Benutzeravatar
Klaus
Redaktion
Beiträge: 4016
Registriert: Mi Jan 09, 2008 10:25 am
Wohnort: Potsdam

Beitrag von Klaus » Mo Mär 08, 2010 10:12 am


Benutzeravatar
Hydro Meteor
Redaktion
Beiträge: 10699
Registriert: Mo Mär 06, 2006 7:49 pm
Wohnort: HHH
Kontaktdaten:

Beitrag von Hydro Meteor » Mo Mär 08, 2010 10:13 am

ich fürchte uk und d sind nicht vergleichbar. :?
musik und der rest - zum lesen - unter www

Benutzeravatar
Klaus
Redaktion
Beiträge: 4016
Registriert: Mi Jan 09, 2008 10:25 am
Wohnort: Potsdam

Beitrag von Klaus » Mo Mär 08, 2010 10:18 am

Genau auch aus so einem Satz platzt das fehlende Unrechtsbewusstsein doch nur so hervor. Wenn ich eine Sache stehle und dann behaupte, der Geschädigte bekäme das Geld auf irgendeine andere Weise (durch Konzerte und die x%, die das Album kaufen und es nicht gekauft hätten, hätten sie es vorher nicht gestohlen), dann ist das keine Argumentation, sondern eine schlichte Behauptung - und so eine Behauptung hat meiner Meinung nur überhaupt einen Sinn, wenn du sie irgendwie mit Zahlen belegen kannst (oder jemand sie mit Zahlen belegen kann - siehe Olivers Ruf nach einer Untersuchung), alles andere ist Wahrsagerei und daher mMn Unfug.
Was du "Unrechtsbewusstsein" nennst, bezeichne ich einfach mal als andere Sicht der Dinge. Klar ist es eine Behauptung, die ich empirisch mit meinem eigenen dasein unterlege (obwohl ich schon seit Jahren nix mehr runterladen - mittlerweile gibt es ja Streams zum Vorabhören). Du siehst das halt anders. Für dich ist Download gleich Diebstahl und verursacht Schaden, ganz gleich, ob man durch diesen Download erst auf die Idee kommt, sich das Album später legal zu kaufen. Das ist in meinen Augen Unfug. Alternativ kannst du das natürlich gern mit Zahlen unterlegen. Ich behaupte was, stehe dazu, die Links oben sind da vielleicht hilfreich. Du behauptest genau das Gegenteil, versucht hier ziemlich aggressiv zu argumentieren, hast aber noch weniger dahinter, als ich mit meinen Überlegungen. Für dich ist halt jeder, der irgendwo mal was aus dem Netz zieht, gleich pauschal schwerkriminell. Ich hätte es nunmal etwas differenzierter.

Benutzeravatar
matthias
Redaktion
Beiträge: 11600
Registriert: Di Aug 21, 2007 9:08 am
Wohnort: Hamburg
Kontaktdaten:

Beitrag von matthias » Mo Mär 08, 2010 11:04 am

Nicht FÜR MICH ist Download gleich Diebstahl, sondern es ist laut Gesetz so. Schau dir doch das Copyright mal an. Und den Leuten ist das nicht bewusst bzw es ist denen egal. Darum geht's. Und ich glaube nicht, dass man das anders sehen kann. Kannst ja hier mal rumfragen, wer alles illegal herunterlädt und wer sich dabei schuldig fühlt.

Und wenn man das mal akzeptiert hat, kann man darüber reden, ob das schlimm oder gut ist und was man damit anfängt. Ich finde es nicht schlimm, ich finde es für eine Gesellschaft erstrebenswert, Produkte allen Leuten verfügbar zu machen, wenn es das Produkt durch die grenzenlose Vielfältigungsmöglichkeit problemlos hergibt. Die Frage ist aber, wie man das in unser Wirtschaftssystem integriert. Die Frage kann man aber erst stellen, wenn der Masse bewusst ist, dass sie klaut und mit ihrem Diebstahl einem Wirtschaftszweig massiv schadet - sozusagen ein Bewusstsein dafür da ist.

genauso dreist find ich aber die Behauptungen bzw. Pseudogleichungen a la "illegale downloads = wirtschaftlicher Verlust des Labels/Künsters" im Verhältnis 1zu1.
Das tut auch niemand. Das Beiwörtchen "illegal" steht da aber zurecht und wie oben geschrieben, muss das betont und den Leuten bewusst gemacht werden, weil es ihnen eben nicht bewusst ist. Und da geht's nicht um Klaus, dich oder mich. Wir setzen uns aktiv mit der Situation auseinander und haben dadurch ein Bewusstsein für die Sachlage. Es geht um Leute, die nicht tief drinstecken und denen es schlichtweg egal ist. Ich kenne da mehr als genug und das sind alles Leute, die sich kaum für Musik interessieren und wenn sie was gutes hören, das allenfalls kopieren oder herunterladen - aber nicht oder nur ganz selten kaufen. Und das ist meiner Meinung nach - bzw so wie ich's erlebe - die Masse.
Morgen breche ich aus, ganz bestimmt.

Benutzeravatar
Klaus
Redaktion
Beiträge: 4016
Registriert: Mi Jan 09, 2008 10:25 am
Wohnort: Potsdam

Beitrag von Klaus » Mo Mär 08, 2010 11:19 am

Und wenn man das mal akzeptiert hat, kann man darüber reden, ob das schlimm oder gut ist und was man damit anfängt. Ich finde es nicht schlimm, ich finde es für eine Gesellschaft erstrebenswert, Produkte allen Leuten verfügbar zu machen, wenn es das Produkt durch die grenzenlose Vielfältigungsmöglichkeit problemlos hergibt. Die Frage ist aber, wie man das in unser Wirtschaftssystem integriert.
Das, denke ich, kann man so unterschreiben.

Cotsey
Beiträge: 2090
Registriert: So Jul 03, 2005 6:53 pm
Wohnort: Nürnberg

Beitrag von Cotsey » Mo Mär 08, 2010 3:45 pm

Jetzt ist halt noch die Frage, wie weit "illegaler download" definiert ist. Mitschneiden von Videos ist ja meines Wissens nicht verboten (oder doch?) und das dann in mp3 umwandeln kann auch jeder. Und hochladen von eigenen Videos mit Musiktitel dazu kann auch nicht illegal sein. Also, wo ist das Loch?

Benutzeravatar
Carsten R.
Phono Pop Team
Beiträge: 10127
Registriert: So Mai 16, 2004 5:07 pm
Wohnort: Wiesbaden
Kontaktdaten:

Beitrag von Carsten R. » Do Mär 11, 2010 10:46 am

Auch interessant und spannend für den deutschen Musikmarkt: Die Megafirma Livenation expandiert nach Deutschland, was Subagenturen wie MLK, FKP & Co unnötig macht:
http://www.musikmarkt-live.de/site/star ... /133/pid/2

Antworten