Insolvenz von Plattenfirmen // Krise der Musikindustrie

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Carsten R.
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Beitrag von Carsten R. » So Feb 14, 2010 11:13 am

Nach 23 Jahren schließt der http://normalkoeln.de Plattenladen. In der letzten Woche nun 50% Räumungsrabatt auf alles.

Speedo
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Beitrag von Speedo » So Feb 14, 2010 3:11 pm

hum, schade, der laden scheint recht gut sortiert zu sein...hätte mal vorher davon wissen sollen...in der letzten Woche mal gucken...ein paar sachen werde ich mir da trotz angespannter Gedlbörse wohl leisten...

edit: Gerade mal die erste Black Heart Procession auf Vinyl bestellt...Gott, was ich die gesucht habe....
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Beitrag von Hydro Meteor » Mo Mär 01, 2010 12:20 pm

mediabiz.de hat geschrieben:Louisville Records streicht die Segel

Aus für das unabhängige Berliner Unternehmen Louisville Records: Die Labelmacher Patrick und Yvonne Wagner meldeten kürzlich beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz an, wie Patrick Wagner im Gespräch mit MusikWoche bestätigte. "Das ist traurig, aber zugleich auch eine Erlösung", meint Wagner. Die vergangene fünf Jahre seien für das Label ein ständiger Kampf ums Überleben gewesen.

Vor Jahresfrist hatte Louisville Records einen Vertriebs- und Lizenzdeal mit Roadrunner Records geschlossen, Mitte 2009 hatte man zudem mit dem Aufbau eines Booking-Arms begonnen. Zum Künstlerstamm des Labels zählten zuletzt Acts wie Maximilian Hecker, Naked Lunch, Navel, Kissogram, das Jeans Team oder auch das HipHop-Puppentheater der Puppetmastaz. Yvonne und Patrick Wagner sollen bis auf weiteres über die E-Mail-Adressen des Labels zu erreichen sein.

Quelle: MusikWoche
musik und der rest - zum lesen - unter www

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Beitrag von Carsten R. » Fr Mär 05, 2010 4:05 pm


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Beitrag von Klaus » Fr Mär 05, 2010 4:27 pm

"Musik ist beliebig geworden", weiß Buskies längst. "Es gibt bei illegalen Downloadern kein Unrechtsbewusstsein und daran geht am Ende eine Firma wie Louisville zugrunde."
Immer das gleiche :roll:

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Beitrag von matthias » Fr Mär 05, 2010 5:10 pm

Klaus hat geschrieben:
"Musik ist beliebig geworden", weiß Buskies längst. "Es gibt bei illegalen Downloadern kein Unrechtsbewusstsein und daran geht am Ende eine Firma wie Louisville zugrunde."
Immer das gleiche :roll:
Und deine Meinung dazu?
Morgen breche ich aus, ganz bestimmt.

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Beitrag von Klaus » Fr Mär 05, 2010 6:48 pm

Das es sicherlich ein Faktor ist, der beiträgt, aber noch lange nicht DER einzige Grund, warum Plattenfirmen pleite gehen. Es ist dementsprechend überbewertet.

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Beitrag von Carsten R. » Fr Mär 05, 2010 7:07 pm

Welche Gründe gibt es denn deiner Meinung nach noch?

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Beitrag von Hydro Meteor » Fr Mär 05, 2010 7:09 pm

1. dass die plattenfirmen vor 15 jahren den technologischen fortschritt verschlafen haben
musik und der rest - zum lesen - unter www

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Beitrag von Danger_Dustin » Fr Mär 05, 2010 7:24 pm

speziell in Deutschland ist es doch geradezu dreist wie die großen Plattenfirmen nach der Wende den ganzen alten scheiß in die neuen Bundesländer vertickt haben, nur um es danach dann nochmal in Form von best of Platten ein drittes mal zu verwerten.
diese heulerei der Großen und das auflisten aberwitziger Einbrüche Ende der 90er bzw. in den 00er Jahren basieren also zumindest teilweise auf einer Luftblase

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Beitrag von Carsten R. » Fr Mär 05, 2010 7:35 pm

Ich denke die Diskussion sollte sich dann aber auch auf die betroffenen Labels beschränken. Wir reden hier über Lado, Louisville, Glitterhouse, Tapete, Grand Hotel, Hazelwood, Kitty Yo, usw. und nicht ein Megaunternehmen wie Universal.

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Beitrag von Danger_Dustin » Fr Mär 05, 2010 7:37 pm

sorry. ich hab mich natürlich nur aufs allgeime Thema des threads bezogen. zu den kleinen bzw mittelgroßen labels kann ich nicht viel sagen.

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Beitrag von Klaus » Fr Mär 05, 2010 9:46 pm

Carsten R. hat geschrieben:Ich denke die Diskussion sollte sich dann aber auch auf die betroffenen Labels beschränken. Wir reden hier über Lado, Louisville, Glitterhouse, Tapete, Grand Hotel, Hazelwood, Kitty Yo, usw. und nicht ein Megaunternehmen wie Universal.
in dem Fall stehts doch recht deutlich im Text:

Sie haben sich mit der Kalkulation für den Absatzmarkt für einige Alben vertan, die scheinbar nicht mehr nachgefragt wurden. Da jetzt Downloads hinterherzujammern, von denen kaum jemand das Album gekauft hätte, ist einfach mal abwälzen der Schuld auf den bösen unbekannten Internetnutzer.

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Beitrag von matthias » Sa Mär 06, 2010 11:50 am

Ja, Louisville hat sich verkalkuliert und musste deswegen nun Insolvenz anmelden. Aber dass das Label all die Jahre nicht rentabel lief, hat nen anderen Grund, den du hier ohne wirklich Kenntnisse darüber zu haben einfach negierst. Den Labels - und vor allem den Bands - brechen durch illegale Downloads große Teile der Einnahmen weg (im Durchschnitt pro Release). Etwas anderes zu behaupten, ist schlichtweg falsch.

Spannend finde ich diese Frage aber überhaupt nicht mehr, interessant ist nur, was man mit dieser Information anfängt - als Staat, als Gesellschaft, als Label - zumal die Problematik mehr Bereiche "trifft" als nur die Musikindustrie.
Morgen breche ich aus, ganz bestimmt.

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Beitrag von Klaus » So Mär 07, 2010 9:41 am

Das sehe ich anders. Im übrigen habe ich es nicht allzugern, wenn meine Posting mit "keine Ahnung haben" abgelehnt werden. Man könnte jetzt typische Blindheit seitens der Musikfirmen unterstellen, die wieder einmal weghört, wenn Kunden auch mal was sagen wollen.

Ja, es wird Musik heruntergeladen. Aber dabei kann man auch diffenrenzieren.

Es gibt da beispielsweise die Sorte der Leute, die sich illegal Musik herunterladen, keinerlei empfinden dafür haben, dass dahinter Kosten stehen und sich nie eine CD kaufen würden.
Abgesehen davon, dass die Leute die Mp3s besitzen, entsteht für die Labels kein Schaden. Warum? Weil die Downloader sich das sowieso nicht kaufen würden.
Klar gibt es auch Menschen, die Musik runterladen, anstatt sie zu kaufen, obwohl sie es könnten.
Dann gibt es aber auch die Sorte Leute, die Musik runterladen, um sich Sachen voranzuhören und dann eine Kaufentscheidung treffen. Das mag zwar in Zeiten von Myspace, Last.FM, Vorabstreams usw. schwach klingen, trifft aber doch noch recht oft zu.
Die Sache ist halt, dass wir so weit globalisiert sind, dass jederzeit alle Musik überall verfügbar ist. Die Leute, die Musik kaufen, wollen auf keinen Fall mehr einen Fehlkauf tätigen, da meist die Auswahl unbegrenzt, das Budget aber begrenzt ist. Daher wird nach allen möglichen Quellen gesucht, wie man Blindkäufe und Enttäuschungen vermeiden kann. (Ich persönlich finde das ein wenig schade, weil das erwartungsfreudige Vorgefühl fehlt). Als ich jung war, gab es derlei Seiten zum anhören noch nicht, und wir hatten auch keine guten Plattenläden - wie also sollte man neue Musik abseits Viva kennenlernen - klar, man hat sie sich runtergeladen. Wenn ich jetzt allerdings bedenke, wie viel eine Plattenfirma im Nachhinein daran verdient hat....ich glaube, da waren die illegalen Download zu verschmerzen.

Das wäre ein Punkt, wo man als Label ansetzen könnte. Die Möglichkeit dem zu begegnen, sieht man ja: Streams vorab. Das informiert jene, die sie die Alben vielleicht kaufen würden. Blöd nur, dass manche Leute dann denken: Wozu bezahlen, wenn ich auch was umsonst im Netz legal hören kann. Man legitimiert damit also fast das illegale Verhalten. Für kleine Labels ist das vielleicht auch nicht so ungeeignet.
Auf derlei und andere Punkte gilt es als Label heute einzugehen.
Ansätze sind die Livevermarktung der Künstler mit dortigem CD Verkauf zu Preisen, bei denen der Zwischenhandel nichts verdient. Es soll ja Labels geben, die jetzt schon mehr Alben auf Konzerten verkaufen, als im Laden.
Denkbar wäre auch, einen Download in mäßiger Qualität zu einem niedrigen Preis anzubieten. So schöpft man die ab, die nur mal für wenig Geld reinhören wollen und mit einem Fehlkauf nicht gleich 15 Euro in den Sand setzen.

Wenn man das mal so betrachtet...drängt einem fast ein weiterer Grund auf, warum sich Albenverkäufe nicht mehr rechnen. Als ich vor rund 15 jahren anfing, CDs zu kaufen, kosteten diese 25-30 DM. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ziemlich sicher hat sich allerdings etwas auf Seite der Kosten geändert.

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