Emo

Eine Liebe zur Musik, eine Liebe zu den Tönen

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Ben K.
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Emo

Beitrag von Ben K. » Do Jul 06, 2006 12:14 pm

Vielleicht kann mich mal jemand aufklären, warum es gerade so in ist auf Emo(s) rumzuhacken? Ich kann das nämlich nicht so genau nachvollziehen :roll:

Das Lustige ist ja erstmal, dass Emo an sich überhaupt nicht die Bands einschließt, die so häufig mit dem Genre in Verbindung gebracht werden.
Emo sind Bands wie:

Fugazi
Texas Is The Reason
Sunny Day Real Estate
Hüsker Dü
Jawbreaker
Jimmy Eat World
Elliott
New End Original
...

Wie bei jedem Genre gibt es halt auch hier Schubladen, wie Emopop, Emopunk, Emocore... Daher kommen auch wahrscheinlich die Klischeebands, die man so im Kopf hat. Trotzdem nervt es mich ungemein, dass jedesmal auf Emo rumgehackt wird, ohne überhaupt genau zu wissen, was das für ein Genre ist.

Und selbst wenn die Kiddies schwarze Haare haben, sich piercen lassen und traurig gucken: Was gibt es denn daran auszusetzen?
Andere Subkulturen werden doch mittlerweile auch akzeptiert. Oder empört sich noch irgendein Schwein darüber, dass im Park ein Punk mit Iro sitzt?

Ich finde diese gesamte Emogegenbewegung einfach nur lächerlich :roll:
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Hydro Meteor
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Beitrag von Hydro Meteor » Do Jul 06, 2006 1:02 pm

ähnliche fragen gingen mir durch den kopf vor einer woche, ich empfehle den englischen wikipedia beitrag, und die bands auf denen rumgehackt wird, sind musikalisch halt doch von der neueren schule (jimmy eat world auf den populärsten alben) inspiriert. emo ist ein schlagwort, das mit dem (musikalischen) ursprung wenig zu tun hat und fast noch leichter als oder genau so leicht wie punk oder grunge auf ein outfit runtergebrochen werden kann. und so unterkategorien wie e-pop oder e-core finde ich fast lächerlicher als den oberbegriff.

und das rumhacken auf der optik beruht denke ich v. a. darauf, dass - so mein eindruck - diese optik inzwischen auch ganz andere musikbereiche (pop, hiphop, techno) erobert und viele "ex"-"emos" sich "verraten"/"verkauft" fühlen. oder so. vor 5 jahren hätte niemand sich über jimmy eat world fans lustig gemacht, die klischee-mäßig rumliefen, doch heute nimmt das halt (fast) überhand - aber auch nicht überall. in scheeßel und bei haldern geht zelten, fiel mir das auch auf. vorher in hh so gut wie gar nicht.

und wenn ich (scheinbar) rumhacke (si. area4 thread), dann ist das eher unverständnis gegenüber dem "massen"-phänomen, weil mit einer subkultur hat das kaum mehr was gemein.
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Beitrag von Koreema » Do Jul 06, 2006 1:15 pm

Das Problem ist, dass so-called Emo ein H&M-Trend geworden ist. Wie hydro schon sehr richtig anmerkt (sowieso trifft er in letzter Zeit ständig richtige Feststellungen ;) ), ist daraus einfach ein Trend geworden, der sich größtenteils auf Äußerlichkeiten reduziert. Ich nehme an, dass die Leute mehr auf dem Hype als auf der Musikrichtung ansich rumhaken.
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Beitrag von whee » Do Jul 06, 2006 1:28 pm

Es wird ja auch oft gesagt, emo sei mehr eine Stylesache als Musik. Man muss sich nur mal die fotos auf emopunk.net anschauen, wirkliche viele "Individuen" gibts da nicht. Aber wenn ihnen die Musik gefällt und sie sich dementsprechend kleiden (wie viele, die sich irgendeiner Musikrichtung angehörig fühlen, nur manchmal eben mehr oder weniger ausgeprägt), find ich das auch in Ordnung. Metaller schwingen ihre langen Haare, Punks haben bunte Iros und Emos eben seitliche Lippenpiercings und schwarze Haare und EIghtballs und Kirschen und Sternchen. Ist halt so. Ich denke, die ganze Antiemobewegung beruht auf "Mehr Style als Musik und hauptsache schlecht drauf". Aber es gibt doch überall Ausnahmen...
Meine gesammelten Werke, bitte sehr.

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Beitrag von Ben K. » Do Jul 06, 2006 1:35 pm

Hydro Meteor hat geschrieben:und wenn ich (scheinbar) rumhacke (si. area4 thread), dann ist das eher unverständnis gegenüber dem "massen"-phänomen, weil mit einer subkultur hat das kaum mehr was gemein.
Den Beitrag hab ich nie gelesen :wink:
Viele Subkulturen heutzutage waren mal ein Massenphänomen und so wird es mit Emo ebenfalls sein.
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Beitrag von Melanie » Do Jul 06, 2006 1:43 pm

Koreema hat geschrieben:Das Problem ist, dass so-called Emo ein H&M-Trend geworden ist. Wie hydro schon sehr richtig anmerkt (sowieso trifft er in letzter Zeit ständig richtige Feststellungen ;) ), ist daraus einfach ein Trend geworden, der sich größtenteils auf Äußerlichkeiten reduziert. Ich nehme an, dass die Leute mehr auf dem Hype als auf der Musikrichtung ansich rumhaken.
das gleiche hab ich auch gedacht als ich den ersten beitrag gelesen hab!
Benjamin hat geschrieben:]Und selbst wenn die Kiddies schwarze Haare haben, sich piercen lassen und traurig gucken: Was gibt es denn daran auszusetzen?
Andere Subkulturen werden doch mittlerweile auch akzeptiert. Oder empört sich noch irgendein Schwein darüber, dass im Park ein Punk mit Iro sitzt?
über das aussehen gibt es nichts auszusetzen im gegenteil, ich stand früher ja total auf sterne und co. mag ich immernoch, aber ich laufe nicht mehr damit rum, alles wird vom mainstream geklaut :roll:
mit emo ist es in der hinsicht das gleiche wie mit indie/alternative, es leider einfach zu einer modeerscheinung geworden. früher wurde man schief angeschaut wenn man so rumlief und meine freundin und ich wurden auch mal gefragt warum wir so komisch sind :roll: oder irgendwie sowas in der art. ist zu lange her als dass ichs noch genau wüsste. wenn ich zB an meine ehemalige stufe in der schule denke, war ich da die einzigste... mir fällt zumindest niemand mehr ein. da waren eben die tussis,hip-hopper und die normalen und die langweiligen grauen mäuse...

und über punks hab ich mich noch nie beschwert, im gegenteil, hab ich früher bewundert, weil ich mich das nicht getraut hätte.

und jimmy eat world ist toll PUNKT

Speedo
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Beitrag von Speedo » Do Jul 06, 2006 1:50 pm

Koreema hat geschrieben:Das Problem ist, dass so-called Emo ein H&M-Trend geworden ist.
Richtig...und Fugazi ist Wegbereiter des Emos...der Begriff entstand ja erst in neuerer Zeit...deshalb assoziiere ich die jetzt net so mit diesem Begriff...Aber das ist Haarespalterei...Generell: Ich finde es generell witzig, auf Klischees einzelner Bewegungen einzugehen, sich darüber lustig zu machen etc., denn jede Schublade hat ihre Macke und da isses erfrischend zu witzeln...egal ob Punk, Emo oder Metal...beim Emo kommt halt dieser Modetrend dazu, der eine Bewegung aber auch erst interessant und angreifbar macht...Ich kann mit allen Vertretern jeglicher Musikkrichtung mich unterhalten, selbst mit Punks, über die könnte ich mich wirklich kaputt lachen, und das obwohl ich sehr viel Punkzeugs höre...bei den Metallern isses halt die Kutte, lange Haare und der böse Blick...was beim Emo aber noch hinzukommt ist für mich die fehlende Glaubwürdigkeit ihres emotionalen Ausdrucks...mit nachdenklichen, verletzten, traurigen Texten lässt sich einfach Geld verdienen im Moment, deshalb glaube ich nicht, dass jede dieser Bands vollkommen hinter dem stehen, was sie singen, als nicht Szenekenner dieser Stilrichtuing möchte ich jetzt aber nicht mich auf Bands festlegen...ansonsten: Ich finde den Begriff Emo überhaupt zum Schreien...Denn weshalb da jetzt die Emotion herausgehoben wird ist mir unbegreiflich, denn jede Band, die sich ernsthaft mit Musik beschäftigt, will mit ihrer Musik Emotionen ausdrücken...Liebe und Schmerz sind nur zwei davon...da gibt es Hass, Wut, Glückseligkeit usw.deshalb finde ich den Begriff zum kaputtlachen....Ist Bad Religion eigentlich auch Emopunk weil sie viele melancholische Refrains haben? Eigentlich schon, oder?
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Beitrag von Hydro Meteor » Do Jul 06, 2006 2:08 pm

Speedo hat geschrieben:...und Fugazi ist Wegbereiter des Emos...der Begriff entstand ja erst in neuerer Zeit...
in dem wiki-beitrag (englisch) wurde angemerkt (wobei die vertrauensseligkeit der wikipedia gerade wieder ihre probleme zeigt), dass der begriff EMO schon sehr früh auftauchte !? egal
Speedo hat geschrieben: Ich finde den Begriff Emo überhaupt zum Schreien...
das bisschen "emo", das ich bewusst als solches qualifiziere hat durchaus eine spezielle "emotionalität" - also finde ich so ne
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Beitrag von Speedo » Do Jul 06, 2006 2:14 pm

Ich weiß schon, dass bei dem Emo-Begriff, diese spezielle Art gemeint ist, geht mir nur darum einen solchen vielschichtigen Begriff auf eine spezielle Musikrichtung herabzubrechen...deshalb ja auch mein beispiel mit Bad Religion...weshalb nicht Emo-Punk? Weil sie sich nicht kleiden wie Emos und weil se net weinerliche Texte haben...wobei so Weltuntergangssongs wie "Watch it die" ham schon was weinerliches :lol: :wink:
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Beitrag von Verena » Do Jul 06, 2006 11:33 pm

der Begriff Emo im Bezug auf ne Band tauchte das erste Mal auf, als ein Fan Rites of Spring als Emo bezeichnete....
Die Band war ja sehr kurzlebig und das war damals auch ein Merkmal von den ersten Emobands.
Erste Welle ging von Washington D.C. aus, Fugazi zaehlen wohl zur 2.Welle, denn ihr Sound hat weniger mit dem der 'urspeugnlichen' Emobands zu tun...

Hier in den USA wird sich nur witzig gemacht ueber die Emokids, generell werden solche im Bezug darauf bezeichnet, dass sie aus mind. mittelklasse familien kommen, alles haben, 'perfekte' Familie und trotzdem alles zu bemaengeln haben und heulen, dass ihr Leben sooo langweilig und hart ist... hat also wirklich nichts mehr mit der Musik zu tun im eigentlich Sinne.

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Beitrag von Speedo » Mi Jul 26, 2006 9:52 am

Na, die Diskussion war ziemlich schnell tot...
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normalean
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Beitrag von normalean » Mi Jul 26, 2006 10:47 am

obwohl sie interessant war/ist
**** ***!

;)

Pure_Massacre
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Beitrag von Pure_Massacre » So Jul 30, 2006 10:46 pm

Nochmal zum Musikalischen: Emo ist und bleibt (für mich) wohl immer ein seltsamer und ungemein weiter und daher fast nicht definierbarer Begriff. Angefangen hat angeblich alles bei den Krachpunkern von Rites of Spring, lebte dann mit fast schon atmosphärischen (und somit stilistisch komplett unterschiedlichen) Bands wie Mineral, The Appleseed Cast, Sunny Day Real Estate, Elliott oder auch Far wieder auf und ist mittlerweile alles, was auch nur im entferntesten eine Heulbojenmentalität aufweist. Das macht den Genrebegriff letztendlich überflüssig. Straylight Run sind nicht weniger Pop als Emopop. The Ataris sind (oder mittlerweile "waren") nicht weniger Poppunk als Emopoppunk und so weiter und so fort. Jazz ist Jazz, Metal ist Metal und Emo ist nichts Halbes und nichts Ganzes mehr. Die frühere Entwicklung ist noch nachvollziehbar und überschaubar, die ganzen Unterkategorien sind allerdings erst dann entstanden, als Emo plötzlich hip war.

Und worauf wollte ich nun hinaus? Ach, scheiß drauf ;-)
Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist. (Victor Hugo)

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Sidekick
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Re: Emo

Beitrag von Sidekick » Mo Jul 31, 2006 1:04 am

Benjamin K. hat geschrieben: Fugazi
Hüsker Dü
Jawbreaker
Jimmy Eat World
New End Original

=

Emo


Fugazi - Hardcore/Post-Hardcore. Emo?

Hüsker Dü - Alternative. Wenn nicht, dann kannst du auch Nirvana, Sonic Youth und Dinosaur Jr. "Emo" nennen.

Jawbreaker - Ich wüsste keinen Grund, ihren Punk als "Emo" zu bezeichnen.

Jimmy Eat World - Waren schon immer College-Poprock. Ich hab es noch nie verstanden, wenn sie auf die Emoschiene gegleist wurden.

New End Original - Für mich lupenreiner Punk-Pop. Die TITR-Überschneidung tut an der Stelle nichts zur Sache.



Ich kann deinen Unmut verstehen, bzgl. dem Emo-Bashing, allerdings ist damit eine andere Schublade gemeint, als die von dir angesprochene. Die Bands die du aufgelistet hast, würden sich selbst wohl nur stirnrunzelnd als "emo" bezeichnen. Der heutige Begriff vereint Bands wie Taking Back Sunday, My Chemical Romance, Silverstein, Funeral For A Friend usw. unter einem Hut und hat mit dem vordergründigen DC-Sound, den du meinst, kaum was zu tun. Ich rege mich auch über Menschen auf, die den ursprünglichen Emo-Begriff in den Dreck ziehen, weil sie nicht wissen, wo er herkommt, was er bedeutet. Ob er überhaupt etwas bedeutet ist noch die Frage und ob "Emo" nicht ein synthetischer Begriff ist, ohne den man ebenfalls prächtig auskommt, hab ich mit dem Beginn meines Postings zur Debatte gestellt.
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The Music
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Re: Emo

Beitrag von The Music » Mo Aug 14, 2006 5:24 pm

Sidekick hat geschrieben:
Benjamin K. hat geschrieben: Fugazi
Hüsker Dü
Jawbreaker
Jimmy Eat World
New End Original

=

Emo



Hüsker Dü - Alternative. Wenn nicht, dann kannst du auch Nirvana, Sonic Youth und Dinosaur Jr. "Emo" nennen.

Jawbreaker - Ich wüsste keinen Grund, ihren Punk als "Emo" zu bezeichnen.

Jimmy Eat World - Waren schon immer College-Poprock. Ich hab es noch nie verstanden, wenn sie auf die Emoschiene gegleist wurden.

New End Original - Für mich lupenreiner Punk-Pop. Die TITR-Überschneidung tut an der Stelle nichts zur Sache.

Hüsker Dü - Emo. Weil sie nicht wie Nirvana, Sonic Youth und Dinosaur Jr. klingen.


Jawbreaker - Ich wüsste keinen Grund, ihren Emo als "Punk" zu bezeichnen.

Jimmy Eat World - Waren schon immer Emo. Besonders Static Prevails und Clarity.


New End Original - Die Grenzen von Pop-Punk und Emo sind meiner Meinung nach ziemlich fließend.

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