Kettcar - Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen

Was sollte man im Plattenschrank haben?

Moderatoren: Hydro Meteor, Ben K., matthias

Benutzeravatar
Carsten R.
Phono Pop Team
Beiträge: 10127
Registriert: So Mai 16, 2004 5:07 pm
Wohnort: Wiesbaden
Kontaktdaten:

Beitrag von Carsten R. » Di Mär 01, 2005 2:37 pm

Bei "Balu" hat sich Marcus wirklich selbst übertroffen. Zum Weinen schön:
frieden ist wenn alle gleich sind
sag an was wir hier haben
das leben das wir leben, geschützt im schützengraben
gesucht und gefunden
und du vergisst was du weisst
in dem gefühl wir wären eins

manche sagen es wär einfach, ich sage es ist heikel
du bist new york city, und ich bin wanne-eickel
wie die dinge sich wohl anfühlen
wenn sie denn noch ganz wären
ein lebenslauf gebastelt, mit den händen eines tanzbären

vergiss romeo und julia
wann gibts abendbrot?
willst du wirklich tauschen
am ende waren sie tot
ich werd immer für dich da sein,
bist du dabei?
in dem gefühl wir wären zwei

Anne
Beiträge: 59
Registriert: Sa Feb 19, 2005 5:00 pm
Wohnort: HH / HB
Kontaktdaten:

Beitrag von Anne » Mi Mär 02, 2005 11:14 am

Ich hoffe doch sehr stark dass du das von den Live sachen in erinnerung hast ;) Download ist böse und gerade in dem Fall recht empfindlich ;)
Abgesehen davon ist das Lied aber sehr schön... Läuft schon auf Delta-radio.
Und ich sah, dass der Strand nur das Ende von Land
und nicht mehr der Anfang von Meer war

Benutzeravatar
himbeerhans
Beiträge: 377
Registriert: Mi Sep 01, 2004 12:02 pm
Wohnort: Südstadt

Beitrag von himbeerhans » Mi Mär 02, 2005 11:15 am

Hey, wir sind ein Musikmagazin. Wir haben Promo-Exemplare. 8)
oh my friend you haven't changed
you look rough and living strange

Anne
Beiträge: 59
Registriert: Sa Feb 19, 2005 5:00 pm
Wohnort: HH / HB
Kontaktdaten:

Beitrag von Anne » Mi Mär 02, 2005 11:16 am

Na dann bin ich ja beruhigt. Davon hab ich auch was hier liegen 8)
Und ich sah, dass der Strand nur das Ende von Land
und nicht mehr der Anfang von Meer war

Benutzeravatar
since1904
Beiträge: 252
Registriert: So Mai 16, 2004 6:23 pm
Wohnort: Meinerzhagen (Sauerland)

Beitrag von since1904 » Mi Mär 02, 2005 12:53 pm

oh man und ich muss warten bis es endlich rauskommt :lol: :wink:
together we are what we can't be alone!

Benutzeravatar
styleschleuder
Beiträge: 378
Registriert: Do Dez 23, 2004 5:40 pm
Wohnort: Spädinghausen
Kontaktdaten:

Beitrag von styleschleuder » Mi Mär 02, 2005 12:57 pm

schade das wir keine vips sind.
sonst könnten wir mitreden wenn es um witzige fahrstuhlgeschichten,
abgehackte finger, kinderchöre oder yoko ono geht.
Bild

Benutzeravatar
since1904
Beiträge: 252
Registriert: So Mai 16, 2004 6:23 pm
Wohnort: Meinerzhagen (Sauerland)

Beitrag von since1904 » Mi Mär 02, 2005 1:00 pm

das ist richtig, jetzt heißt es noch 5 lange tage mitsing... öhm aufs album warten
together we are what we can't be alone!

Ben K.
Redaktion
Beiträge: 13648
Registriert: So Mai 16, 2004 6:56 pm
Wohnort: Freiburg
Kontaktdaten:

Beitrag von Ben K. » Sa Mär 05, 2005 10:44 am

Pre- listening gibt es hier
Je suis, je suis....Hippie, Hippie

Benutzeravatar
Miam
Beiträge: 2671
Registriert: Fr Nov 05, 2004 5:15 pm
Wohnort: mehr am meer
Kontaktdaten:

Beitrag von Miam » Sa Mär 05, 2005 2:15 pm

Guten Tag,

unser Logistikzentrum hat den unten stehenden Artikel soeben verschickt!

Unser Hinweis:

Ihre Bestellnummer 302-6095265-2760861 (eingegangen 30. Januar 2005 21.03 MET)
---------------------------------------------------------------------
Bestellt Titel Preis Versandt Zwischen-
summe
---------------------------------------------------------------------
1 Von Spatzen und Tauben, Daechern und Haenden (Limited Edition mit Bonus-DVD) [DOPPEL-CD] EUR 14,99 1 EUR 14,99

:P :P :P
it's just a sound going through your head
let it go on


Wuselkind
Beiträge: 158
Registriert: So Jan 30, 2005 3:48 pm
Wohnort: Sauerland
Kontaktdaten:

Beitrag von Wuselkind » So Mär 06, 2005 6:56 pm

Oh oh... morge ist es so weit! *im Zimer herumspring*

Und ich hab neun Stunden Schule. :cry:

Wundervolle Musika...
I do believe it’s true
That there are roads left in both of our shoes
If the silence takes you
Then I hope it takes me too

Benutzeravatar
Carsten R.
Phono Pop Team
Beiträge: 10127
Registriert: So Mai 16, 2004 5:07 pm
Wohnort: Wiesbaden
Kontaktdaten:

Beitrag von Carsten R. » Mo Mär 07, 2005 4:48 pm

Großes Lob nach Hamburg! Gerade im Wasteland gekauft und ich bin begeistert. Habe selten eine so schöne CD gekauft. Immerhin ist das Grand Hotel ein kleines Indie-Label und trotzdem hat man keine Kosten und Mühen gescheut und ein aufwendiges Digi-Pack entworfen.

Zu der CD gibt es eine DVD mit beiden Videoclips ("Landungsbrücken raus" & "48 Stunden"), einer Tourdoku, einem Making Of und Linernotes. Das Booklet ist ebenfalls hochwertig und enthält alle Texte. Wirklich sehr schön geworden. Hab dafür nun 13,95 Euro bezahlt. So macht CD kaufen doch Spaß. :D

Kann wirklich nur empfehlen da zuzugreifen bevor sie ausverkauft ist.

Benutzeravatar
HKO982
Beiträge: 668
Registriert: Do Jun 17, 2004 2:22 pm
Wohnort: Fernthal

Beitrag von HKO982 » Di Mär 08, 2005 7:46 am

Die Tourdoku ist top!
Durch das schönste aller Leben
Mit den schönsten Songs der Welt.

Benutzeravatar
HKO982
Beiträge: 668
Registriert: Do Jun 17, 2004 2:22 pm
Wohnort: Fernthal

Beitrag von HKO982 » Di Mär 08, 2005 11:58 am

Kluge Musikanten
Kettcar verstehen, ist eine Angelegenheit des Herzens. Und das sollte dann auch schon so einiges erlebt haben. Aufgeregtes Pochen, Krämpfe, Schmerz zum Beispiel.

Außerdem macht es vieles einfacher, wenn es schon mal gebrochen war. Lebenserfahrung hilft. - Wie also soll man einer Horde von Kids folgende Textzeile erklären: "Anders als die anderen. Also anders als man selbst"? - Marcus Wiebusch hat es gar nicht erst versucht, als er den Kinderchor im Studio vor sich hatte. "Nein", lächelt er, "so richtig verstanden haben sie es nicht. Aber darauf kam es in diesem Moment ja auch nicht an."

Wiebusch, der Wortkünstler, ist im Interview ein ganz normaler Mensch. Keiner, der Pathos mag. Keiner, der überdreht. Wohl aber ein betont ernsthafter Gesprächspartner, der sehr genau weiß, worauf es für ihn und seine Band nun ankommt. Im Oktober 2002 veröffentlichten Kettcar ihre erste CD: "Du und wie viel von deinen Freunden" hieß sie und wurde, wohlgemerkt deutlich vor Beginn der Neueren Deutschen Welle, ein beachtlicher Erfolg. Eine CD, reich an Wortspielen und Tiefgang. Ernster Pop, der alle Bildungsschichten und Altersgruppen erreichte. "Klar, dass viel von der zweiten CD abhängt. Auch deshalb haben wir uns so lange Zeit gelassen", meint Wiebusch, der seit jeher geradezu akribisch an seinen Texten feilt. Zeitungen, Fernsehen und das Leben seien die Quellen seiner Inspiration.

Einer Punkband gehörte Wiebusch einst an, und es war das Schicksal von Kettcar, stets mit But Alive verglichen zu werden. Eine wilde Gruppe war das damals, die höchst politisch war. Vier Alben hat sie veröffentlicht, "und schon das letzte war eigentlich stilistisch und inhaltlich das erste Kettcar-Album". Nun ist er spürbar froh, dass Publikum wie Presse Kettcar als eigenständiges Produkt wahrnehmen. Zumal deren erste CD erklärtermaßen unpolitisch war. "Es war einfach damals nicht mehr die Zeit dafür, heute sehe ich das etwas anders." Er sei wohl bereit für neuen politische Statements, meint Wiebusch. "Aber auch ich bin eben älter geworden", lächelt einer, der einst ein linker Illusionist gewesen sein mag, dann die neue Regierung sah und sich fortan fragen musste, worüber nun zu singen sei. "Musik als Waffe? Nein, das ist sie nicht mehr."

"Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen" heißt die neue CD, die am 7. März auf den Markt kommt. Politisch ist sie sicher nicht, wohl aber gesellschaftspolitisch relevant. Einsamkeit und Hoffnung, Glaube und letzte Spuren von Wut - das alles in Metaphern gefasst, wie sie schöner nicht sein könnten. Und, mehr als früher, auch mal angereichert mit Humor. "Einen Song wie 'Stockhausen, Bill Gates und ich' muss man mir mal zugestehen. Da geht's um nicht viel, aber unterhaltsam soll er halt sein." Wohl gelungen. Die drei Herren sind im Fahrstuhl eingeschlossen, prügeln sich ein bisschen, und am Ende zieht der im Titel erwähnte "Ich" den Daumen von Carlos Santana aus der Tasche. Den mag Wiebusch nicht. "Aber wer tut das schon?"

Stattdessen umtreibt ihn die Liebe zu Audrey Hepburn, der er denn auch eine ganz typische Kettcar-Zeile gewidmet hat: "Manche sagen, es wär einfach. Ich sage, es ist schwer. Denn du bist Audrey Hepburn und ich Balu der Bär." - "Naja, es hätte auch eine schöne Frau der Gegenwart sein können. Aber die Hepburn hat so etwas Zeitloses in Schwarz-Weiß." Der Balu mag autobiografisch sein, denn ein bisschen sieht Marcus Wiebusch tatsächlich so aus. Ein wenig tapsig vielleicht, aber eben auch dank seines Auftretens eine Art Regulativ im Pop-Dschungel, der die Werte aufrecht zu erhalten versteht.

Eben diesen selbst gesetzten Maßstäben gerecht zu werden, ist keine einfache Sache mehr. Auch deshalb entschloss sich Wiebusch bei der Gründung von Kettcar, nicht eines von zwei vorliegenden Major-Angeboten anzunehmen. Stattdessen gründete er gemeinsam unter anderem mit Thees Ullmann von der Band Tomte das eigene Label Grand Hotel van Cleef, das ihm nun maximale Freiheiten bietet. Natürlich sei das ein zweischneidiges Schwert, räumt Wiebusch ein. Denn als Labelchef muss er im Grunde nichts anderes tun als jeder andere Vermarkter: Er muss den Erfolg im Blick haben, den Markt beobachten, ihn als Maßgabe zulassen. Aber lieber tut er das selbst, als sich von außen Vorschriften machen zu lassen. Ewiges freiwilliges Lernen, sozusagen. Oder, wie es auf der aktuellen CD heißt: "Dies ist kein Tempel, den du leise betrittst, weise verlässt irgendwann. Aber auch kein Supermarkt, in dem man alles kaufen kann."

Es wird interessant sein, zu beobachten, wohin die neue CD Kettcar führt. Kommt wieder der Hype, ausgelöst durch die intellektuelle Journaille, der sicher hier weit mehr gefragt wäre als bei anderen deutschen Bands? Oder aber bleibt Kettcar nur ein kleiner, aber leuchtender Meteorit am überfrachteten Deutschpop-Himmel? Wiebusch und seinen Gefährten wäre in jedem Fall eine dauerhafte Präsenz zu wünschen. Für kluge Musiker gibt es keinen Ersatz.

von gmx.de
Durch das schönste aller Leben
Mit den schönsten Songs der Welt.

stiller
Beiträge: 6732
Registriert: Mi Jan 12, 2005 11:23 am
Wohnort: Ehrenfeld
Kontaktdaten:

Beitrag von stiller » Di Mär 08, 2005 1:00 pm

Spiegel Online schreibt auch:

Kinder, was für eine Aufregung: Da veröffentlicht eine Bande Musiker aus Hamburg ihr zweites Album voller netter kleiner Popsongs - und schon verfällt die ganze so genannte Indie-Szene in Hektik. Große Fanzines fragen furchtsam bei Kettcar nach, ob es sie denn gar nicht stört, wenn ihnen von vergrätzten Kritikern "Kumpelmucke" oder "Deutschrock" vorgeworfen wird, während die "FAZ" wegen Kettcar am liebsten gleich vom Main an die Elbe umziehen möchte. Zwischen absoluter Verehrung und abgrundtiefer Verachtung scheint es nichts zu geben, wenn es um die Band geht, die früher mal respektablen Punk machte, ...But Alive hieß und von Marcus Wiebusch, einem der wohl besten deutschen Songwriter zurzeit angeführt wird. Warum polarisieren die bloß so? Vielleicht liegt es daran, dass Kettcar auch auf ihrem neuen Album einfach nur das machen, was ihnen gefällt, nämlich weitgehend schnörkellose, manchmal zarte, oft hintersinnige Songs, die mit dem mutwillig verkopften Diskurspop anderer Hamburger Bands nichts zu tun haben. Das kann man "befindlichkeitsfixiert" nennen, wie ein anderer Vorwurf lautet. Man kann aber auch versuchen, sich darauf einzulassen. Denn das größte Talent von Wiebusch ist es, das Lebensgefühl der Mittdreißiger, diese latente Orientierungslosigkeit, das ständige Hin und Her zwischen "Eigentlich müsste ich ja mal..." und "Ist ja auch egal" mit schöner Melancholie auf den Punkt zu bringen. Das erinnert vor allem auch musikalisch oft an Zeiten, als es Blumfeld und Tocotronic noch nicht gab, als man Hüsker Dü, Dinosaur Jr. und Buffalo Tom hörte und sich nicht groß darüber aufregte, wenn es mal ein bisschen arg schmalzig wurde. Diesen Mut zum direkten Gefühl aufzubringen und dazu zu stehen, ist das größte Verdienst von Kettcar. Da verzeiht man auch die eine oder andere musikalische Schwachstelle wie das dilettantische Gitarrenlick in "Einer", wo sich auch "Egon Krenz" auf "Techno-Fans" reimen muss. Zu den Höhepunkten des Albums zählen natürlich die Balladen "Balu", "48 Stunden" und "Nacht", in denen es um verlorene Illusionen und Enttäuschungen geht. Enttäuscht haben Kettcar nach ihrem gefeierten Debüt "Du und wieviel von deinen Freunden" also nicht: "Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen" ist nur ein kleines, gefälliges Popalbum - aber das beste weit und breit. Dafür lohnt sich die Aufregung. (9) Andreas Borcholte

Benutzeravatar
HKO982
Beiträge: 668
Registriert: Do Jun 17, 2004 2:22 pm
Wohnort: Fernthal

Beitrag von HKO982 » Di Mär 08, 2005 2:02 pm

http://laut.de/lautstark/cd-reviews/k/k ... /index.htm

Kettcar sind zurück! Vor zwei Jahren überraschte ... But Alive-Sänger Marcus Wiebusch die deutschsprachige Musiklandschaft mit einer Platte, die so manchem den Glauben an die Schönheit im Einfachen zurückgab. "Du Und Wieviel Von Deinen Freunden" sorgte für Gänsehaut und Überschwang allenthalben. Entsprechend euphorisch wurde das Zweitwerk erwartet.
"Von Spatzen Und Tauben, Dächern Und Händen" heißt es und feiert das große Gefühl im einfachen Leben. So weit so gut, doch im Großen und Ganzen hat sich im Vergleich zu "Du Und Wieviel Von Deinen Freunden" nicht viel getan. Musikalisch unverkennbar Kettcar: mal mit mehr Drang, mal mit Akustikgitarre.

Der Opener "Deiche" erinnert in der Tat an die Up-Tempo-Nummer "Ausgetrunken", eigentlich ein guter Einstieg. Auch die ruhigen Stücke wie die erste Single "48 Stunden" oder "Tränengas Im High-End-Leben" muten seltsam bekannt an. Kettcar überladen auch "Von Spatzen Und Tauben, Dächern Und Händen" derart mit Pathos, dass ein genaues Hinhören über die gesamte Länge anstrengt.

Zwei durchaus hörenswerte Höhepunkte hat die Platte dennoch. Zum Einen "Balu", eine leise Schmonzette über eine ungleiche, unspektakuläre aber tiefe Liebe und der wohl größten Textzeile der ganzen Platte: "Du bist New York City und ich bin Wanne-Eickel". Zum Anderen "Stockhausen, Bill Gates Und Ich". Von einem Kinderchor unterstützt, erzählt Wiebusch die Geschichte, wie er mit dem Komponisten und dem Nerd im Fahrstuhl stecken bleibt.

Doch das wars auch schon. Das große Gefühl, das der Vorgänger auszulösen vermochte, kann die zweite Langrille nicht mehr entfachen. Zwischendurch nervt Kettcars Duselei fast ein wenig. Bands aus Hamburg sind manchmal schwer zu verstehen.

Öhm. Ja. Sehe ich anders.
Durch das schönste aller Leben
Mit den schönsten Songs der Welt.

Antworten