Bon Iver - i,i

Was sollte man im Plattenschrank haben?

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Lewis
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Bon Iver - i,i

Beitrag von Lewis » Do Jul 11, 2019 3:35 pm

Tracklist:
01 Yi
02 iMi
03 We
04 Holyfields,
05 Hey, Ma
06 U (Man Like)
07 Naeem
08 Jelmore
09 Faith
10 Marion
11 Salem
12 Sh'Diah
13 RABi

VÖ: 30.8.2019

Finde es bis jetzt sehr vielversprechend.

Ben K.
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Re: Bon Iver - i,i

Beitrag von Ben K. » Do Jul 11, 2019 6:50 pm

Da wird es mir wahrscheinlich ähnlich gehen wie bei The National. Ist gut, holt mich emotional aber nicht mehr ab. Die Songs klingen für mich eher wie Skizzen, aber vielleicht gibt das ja insgesamt Sinn.
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matthias
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Re: Bon Iver - i,i

Beitrag von matthias » Fr Jul 12, 2019 7:35 pm

Was soll nach den Vorgängern schon noch kommen? Drei so verschiedene Alben, kann man sich nicht vorstellen, dass Nummer vier jetzt auch so eigen ist. Eher zurück zu den Wurzeln und irgendwo zwischen den eigenen Stühlen, sehr schwierige Aufgabe.
Morgen breche ich aus, ganz bestimmt.

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Daniel W.
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Re: Bon Iver - i,i

Beitrag von Daniel W. » Fr Aug 09, 2019 8:20 am

Ich hab mich auch gefragt, was da noch kommen soll. Ich hab mich mittlerweile damit abgefunden, 22, A Million nie so richtig greifen zu können. Ich suchte das Album jetzt seit drei Jahren und es fühlt sich immer noch frisch an. Ähnlich eigentlich wie die For Emma, die mir jetzt seit über zehn Jahren nicht langweilig wird und für mich komplett zeitlos ist.

Die Antwort auf die Frage was noch kommen soll gibt Justin Vernon bzw. Bon Iver mir seit gestern einfach mit der Musik, die sich in Symbiose aus Schaffensprozess und Ergebnis jeglichen mir gewohnten Bewertungsrastern entzieht. Soll heißen: Ich hab dafür schlicht wenig Worte und könnte daher wahrscheinlich einen ähnlichen Essay wie über 22, A Million schreiben, kann aber auch einfach die Musik an sich sprechen lassen. Ich bin mal wieder völlig von den Socken davon.
How the hell was I supposed to know how to steer this ship?
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Re: Bon Iver - i,i

Beitrag von Daniel W. » So Aug 11, 2019 4:55 pm

matthias hat geschrieben:
Fr Jul 12, 2019 7:35 pm
Was soll nach den Vorgängern schon noch kommen? Drei so verschiedene Alben, kann man sich nicht vorstellen, dass Nummer vier jetzt auch so eigen ist. Eher zurück zu den Wurzeln und irgendwo zwischen den eigenen Stühlen, sehr schwierige Aufgabe.
Für mich persönlich kann ich dem sehr entschieden widersprechen - Stereogum bringt ganz gut auf den Punkt, warum:

"On i,i, Vernon and his cast of collaborators show off what a rich musical language they’ve developed and how fluent they’ve become in it.

[...]

As songwriters, arrangers, producers, and performers, the Bon Iver collective continue to operate at a high level across the board, so that i,i never feels stagnant even when it’s echoing the past. Music built from the most conventional ingredients can be captivating when born from inspiration and crafted with care. It’s even truer of songs breathed with the celestial aching of For Emma, fleshed out with the earthy splendor of Bon Iver, Bon Iver, and enhanced with the radioactive nootropics of 22, A Million. There may come a time when this band begins to coast, when their signature touches curdle into cliché, but for now their music remains enlivened by the joy of creation."

Ich bin wirklich vollkommen von den Socken von dem Album. Ich glaub mich hat seit 22, A Million kein Album so krass umgehauen und das Album entdeck ich immernoch beständig neu. Ich komm oft schon gar nicht weiter als "iMi", weil in dem Song so unfassbar viel steckt und es musikalisch so unfassbar kreativ, spielfreudig, tief und leichtfüßig zugleich ist. Was für ein lebendiges Album. Es holt mich emotional unfassbar tief ab, weil es so unausweichlich leidenschaftlich und mitreißend ist. Sogar "Jelmore" macht für mich im Albumkontext voll Sinn jetzt. Ohne das Durchatmen zwischen "Naeem" und "Faith" würd glaub ich mein Körper explodieren. Der laute Teil von "Faith" - viel mehr kannst du aus Musik nicht rausholen find ich. Mir wird richtig schwindelig wenn ich das höre. Ein sehr guter Zugang zum Album sind für mich auch die Lyrikvideos, die oft viel mehr sind als das, eigentlich alles choreographische Tanzvideos, die die Songs nochmal körperlich untermalen und im Raum lebendig werden lassen.
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