Festival-Nachbericht

Reeperbahn Festival 2013


Ohne unser Licht unter den Scheffel stellen zu wollen: Eigentlich braucht diesen Bericht kein Mensch – genauso wenig, wie es Nachberichte über das Reeperbahn Festival in der Intro oder der Hamburger Morgenpost bräuchte. Denn was 2013 noch mehr auffällt als die Jahre zuvor: Wer das Reeperbahn Festival besucht, liebt das Reeperbahnfestival – und lässt Forenwelten und Blogosphären an der Begeisterung teilhaben.

Gemeinsame Nenner der meisten Einträge und Tweets: Das Reeperbahn Festival ermöglicht einem Entdeckungen en masse und bietet schon lange vor dem Abendprogramm Entdeckenswertes – ersteres war ja schon immer eines der Hauptanliegen des Festivals, zweiteres machte sich vor allem in den letzten Jahren bemerkbar. So werden Konzerte nicht nur auf die Nachmittage, sondern seit diesem Jahr auch auf den Mittwoch ausgedehnt – vielleicht suboptimal für Pendler von außerhalb, dafür schon mit gleichzeitigen Highlights wie Okta Logue und Der Ringer aufwartend.

Dass vor allem an Freitag und Samstag, den am prallsten gefüllten Festivaltagen, die Qual der Programmpunktwahl geradezu immens ist, ist mittlerweile bekannt – und doch wird man gerne zum masochistischen Bummler: Mit einem Showcase der in aller Herrgottsfrühe schon unheimlich lässigen Sheepdogs beginnen, beim ersten Bier des Tages zuschauen, wie Built To Spill bei Michelle Records drei Songs auf 50 Minuten ausdehnen, wie ein Kind im Süßwarengeschäft durch die Flatstock Convention stöbern, mit Songwriter Rob Lynch und seinem Brauereikonzert liebäugeln, bei To Kill A King im Terrace Hill in reinste Euphorie verfallen, die Ruen Brothers im Molotow vor dem zwangsläufigen Hype feiern, den Aufstieg des plattdeutschen Hiphops (Fofftig Penns) von der Schlange vor der Prinzenbar aus erahnen und schließlich den Tag mit Anna Calvi beenden – einer von wohl tausenden möglichen Tagesverläufen. Dazu noch einer, der Angebote wie Lesungen, Ausstellungen und besondere kulinarische Eatery-Angebote noch nicht einmal wahrgenommen hat.

Für alle anderen Berichte sei auf andere Ecken der weiten Medienlandschaft verwiesen – und wenn wir uns hier weiter hervorheben, soll es durch diesen expliziten Rat sein: Wer 2013 nicht beim Reeperbahn Festival war, sollte dies 2014 ändern – dann habt auch ihr nächstes Jahr Begeisterung zu teilen.

Jan Martens

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