Festival-Nachbericht

Orange Blossom Special


Das Glitterhouse-Label in Beverungen lud in diesem Jahr bereits zum 22. Mal zum Orange Blossom Special in den Garten der Labelvilla und übertraf die Messlatte der Vorjahre noch einmal. Aber von vorn: Wie in den vorangegangenen Jahren war das Kartenkontingent innerhalb einer Stunde ausverkauft – und enttäuscht wurde in diesem Jahr garantiert niemand.

Der Freitag wurde vom Niederländer Tim Vantol eröffnet und von einem gut gefüllten Garten mit bester Laune und Bock auf Musik empfangen. So ließen auch die ersten Singalong-Chöre nicht lange auf sich warten und trieben das Quartett ordentlich an. Die folgenden The Dawn Brothers stellten sich diesem starken Einstand und lieferten mit nicht minder lodernder Spielfreude ein groovendes Set aus Blues, Soul und Americana Einflüssen ab.

Die Kopenhagener Soulband D/Troit lockte dann endgültig mit starken Percussion- und Bläserarrangements den letzten Tanzmuffel aus der Reserve. EF drehten den Volume-Regler anschließend nochmal ordentlich nach rechts und brachen mit ihren atmosphärischen und wuchtigen Gitarrenausbrüchen vorerst die Tanzlaune und ließen offene Münder zurück.

Der Headliner des Abends wurde von Label-Chef Rembert dann als kleine Sensation angekündigt. Dabei handelte es sich laut Stiewe um einen lokalen Act. Nur das dieser sonst die größten Festivals des Landes anführt und auf den Künstlernamen Casper hört. Und genau hier liegt die fast unerreichte Qualität dieses Festivals: Die besondere Atmosphäre, das entspannte Miteinander des generationsübergreifenden Publikums und der kompromisslose Fokus auf die Musik lockte schon in den vergangenen Jahren vermeintlich ?zu große? Bands auf die rote Bühne. Und so lieferte Casper, beseelt vom an der Bühne installierten Schnaps, ein energiegeladenes Set ab und bekam mit dieser Hingabe auch Nicht-Fans auf seine Seite.

Leider reichte es beim Autor dieser Zeilen in diesem Jahr nur für den Freitag. Aber spätestens die sich als Secret Act entpuppenden Hamburger von Kettcar bewiesen, dass es auch in diesem Jahr bei bestem Wetter weiter ein Highlight nach dem nächsten setzte.

So langsam gehen einem ein wenig die Superlative zur Beschreibung dieses Festivals aus. Dabei ist das Rezept vermeintlich so einfach: Der Fokus liegt auf der Musik und darauf, währenddessen eine gute Zeit mit Gleichgesinnten zu haben. Und das wird auch in Zukunft funktionieren. Auch ohne große Namen.

Dank an Simon Baranowski von I Can Guarantee, dass wir das Foto von Casper als Titelbild verwenden dürfen.

Sönke Holsten

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